Das Huhn von Crossen - Geschichte 3

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Allgemeines / Volksw�rter / Redensarten mit W�rterbuch S�chsisch-Hochdeutsch
 

Bierzwang und Bannmeile

Unter den st�dtischen Handwerkern erwarben sich im Mittelalter besonders auch die Brauer bedeutende Privilegien und �bten einen Druck auf die Brauereien und Wirtsh�user der umliegenden D�rfer aus. Die Braugerechtigkeit auf den D�rfern war ein Vorrecht des Adels. (In Zetteritz hei�t ein Teich in der N�he des Rittergutes noch heute Brauhausteich). Schon im 16.Jh wurde das st�dt. Braurecht vom Dorfadel �fter durchbrochen. Im 18. und 19. Jh. sind Ritterguts-Brauereien allgemein. Er unterhielt entweder Erbschenken und setzte dort seine � Erbgetzschmar " (Kretzscham, Kretzschmar) oder Kr�ger ein oder lie� das Schankrecht reihum gehen wie in Naundorf, eine Zeit lang in Gro�milkau und in Arras. Die Arraser hatten � s�mtliche und ein Jeder Insonderheit, wein und bier zu kaufen und einzulegen und zu verzapfen " Recht. (Sonntagsbote) Wer den Reihschank hatte, steckte an einer langen Stange einen Strohwisch heraus . In Gro�milkau und Breitenborn hatten um die Mitte des 16. Jh. (nach dem Grimm. Vortrag) die Pfarrherren das Schankrecht. (Vgl. Leichenstein Nr.6 in der Kirche zu Gro�milkau und Pfarrer und Pfarre daselbst.) Der Adel konnte sich sein Getr�nk nach eigenem Ermessen frei w�hlen, konnte Wein oder fremde Biere trinken. Dagegen klagten sofort die St�dte, wenn es fremdes Bier auch in den Dorfschenken verzapfen lie�. Die Frondiener erhielten bei ihren Arbeiten gew�hnlich das einheimische Bier (Kofent), w�hrend in den Schenken au�er den heimischen Kofent noch das Bier derjenigen Stadt verzapft wurde, zu deren Bannmeile, Meilweg, das Gasthaus geh�rte. Zu dieser Ma�nahme waren aber die st�dtischen Brauereien f�rmlich gezwungen; denn entschieden gab es bei der viel d�nneren Bev�lkerung auch entsprechend weniger Biertrinker als heute. Da aber fast in jedem Dorfe eine Brauerei war, war deren Zahl im Vergleich zu heute gewaltig. Wo sollte da der Absatz herkommen? Die deutsche Kleinstaaterei spiegelte sich auch hierin wieder. Lagen zwei St�dte wie etwa Rochlitz und Geithain oder Rochlitz und Geringswalde nicht ganz zwei Meilen auseinander, so mu�ten die Dorfschenken unserer Heimat, die ja mitten unter kleinen St�dten liegt, der Zankapfel der st�dtischen Brauer werden. 1618 wurde der Schenke Mathes Schulze zu Kleinmilkau zu 5 gl. Strafe verurteilt �wegen Ausschenkens des Bieres seines Junkers" (Geringswaldisch-Bier. Geringswalde war damals von einem Milkau erpachtet). Der Junker sollte auch verwarnt werden. Ein Bierkrieg entspannt sich 1750 zwischen dem Grafen von Wallwitz und der Rochlitzer Brauerschaft �wegen eines de facto aufgerichteten und erbauten Gasthofes an der Mittweydischen Strasse auf seines Rittergutes Gep�lzig Grund und Boden. In sothanem Gasthof �zum rothen Hirschen" hat derselbe vor dem Jahre Lichtewalder Wei�bier einlegen und verzapfen lassen, welches die Brauerschaft auf das allergn�digst renovierte Bier-und Meilenprivilegium nicht leiden will usw."

Der Verkehr

W�hrend sich infolge der Errichtung von Eisenbahnen in der letzten H�lfte des vorigen Jahrhunderts in den meisten St�dten der Verkehr in immer zunehmendem Grade gesteigert hat, ist er auf der Landstra�e aus gleichem Grunde in ann�hernd demselben Tempo zur�ckgegangen, und wenn man auch heute noch nicht behaupten kann, die Landstrasse habe ihre Rolle ausgespielt, so mu� doch wenigstens zugestanden werden, da� sie in ihrem Werte als Verkehrsader durch die Eisenbahnen bedeutend eingeb��t hat. Jahrzehntelang schien sie ihren Zweck und ihre Bedeutung fast vollst�ndig verloren zu haben, bis die Erfindung des Fahrrads und des Automobils ihr zu neuem, wenn auch geringerem Ansehen verhalfen. Die f�r unser heimatliches Gebiet wichtigsten Strassen, die Mittweida-Rochlitz und die Mittweida-Leisniger, sind sicher alte Verkehrswege. Als stumme Zeugen einer verkehrsreicheren Zeit k�nnen die alten gro�en Stra�engasth�fe gelten, deren ger�umige Gaststuben und Stallungen Platz f�r eine stattliche Zahl Fuhrleute, Begleitmannschaften und Zugtiere boten. Selbst sprechende Zeugen jener Zeit treten hier und da auf. So geht der Sage nach zwischen �Wind"und �Wintersch�nke" die gespensterhafte Postkutsche um. �Der Schimmel trabt, die Peitsche schwirrt, Hell schmettert Posthornton. Als Geist kommt durch die Luft kutschiert Ein greiser Postillon."(V.v.Scheffel)
Auf dem Hausboden der �Wintersch�nke" l��t sich n�chtlicherweise der umgehende Postillon sehen. Man darf aber nun nicht glauben, da� sich die Strasse auch schon best�ndig in dem Zustande befunden habe, in dem sie sich heute vorfindet. Wenn wir uns alles moderne Beiwerk, wie Telefonmasten, Kilometersteine, Stra�enb�ume, Wegweiser und Stra�engr�ben, ja selbst die Beschotterung wegdenken; haben wir nur ein ungef�hres Bild vom damaligen Zustande der Stra�en. Oft war die Strasse von einem gew�hnlichen Feldwege nicht zu unterscheiden und manchmal mag der Fuhrmann gewettert haben:"Potz Blitz! Ich hab mich verwirrt." An eine geregelte Unterhaltung der Stra�en dachte niemand, h�chstens an Stellen, wo man sonst h�tte versinken m�ssen, wurde dem �belstande aber auch nur notd�rftig abgeholfen. Gew�hnlich waren solche Stellen im Walde, wo die Sonne den Weg nicht in fahrbarem Zustande erhalten konnte. Dann mu�ten die Bauern den Weg bessern. Das Material dazu entnahmen sie dem Walde. Fichtene Stangen wurden, eine an der anderen, quer �ber den Weg gelegt, und �ber diesen Kn�ppeldamm, unter dem noch grundloser Morast lag, f�hrte die Landstra�e. Die Kriebsteiner und Schweikershainer Gerichtsordnung von 1597 schreibt den Bauern vor; �sie sind schuldig, die stra�en zu halten und zu bessern, doch die Herrschaft mu� ihnen darkegen Holz zugeben." Wenn auf derartigen �Stra�en" eine wertvolle Ladung fuhr, durfte der Fuhrmann nicht allein sein. Den schlechten Zustand der Stra�en machte sich auch allerlei raubendes Gesindel zu Nutze. Deshalb stellten die St�dte gegen entsprechendes �Geleitsgeld" im Mittelalter gewappnete Geleitsleute. Als im 18.Jh. umfangreichere Rodungen vorgenommen wurde, besserte sich der Zustand der Stra�en ganz von selbst. Mit dem best�ndig zunehmende Verkehr verwendete man auch mehr Sorgfalt auf Instandhaltung der Stra�en. Als Kunststrassen mit Steinbeschotterung, Stra�engr�ben, Stra�enb�umen und Wegweisern treten unsere Landstra�en aber erst zu Anfang des 19. Jh.auf. Die Mittweida-Rochlitzer Stra�e wurde mittlerweile 1835 chaussiert. Da die Instandhaltung der Stra�en bedeutende Geldkosten verursachte, mu�te man auch auf entsprechende Deckungsmittel sinnen. So kam man zur Accise. An den wichtigsten Stra�enkreuzungen wurden Chausseeh�user und Schlagb�ume errichtet. In Gep�lzig an der Stra�e wurde 1842 noch ein ganz neues �Chausseehaus" erbaut, und der �Herr Einnehmer" war sich der W�rde seines Amtes voll bewu�t, besonders, wenn versucht wurde, die obrichkeitlichen Vorschriften zu umgehen. Lange hat die Accise nicht bestanden; denn mit der Begr�ndung des neuen deutschen Reiches wurde dieses Verkehrshindernis begraben, wenn es nicht schon vorher beseitigt war. Unterm 1. Februar 1860 bucht der Neugep�lziger Stra�enw�rter N�tzold �8 Rgr. 5 Pf (?) f�r den in Abgang gebrachten, zeither an dem Wechselburg-Geringswaldaer Communikationswege befindlich gewesenen kleinen Schlagbaum, nebst St�tzen, g�nzlich verfault." Der gew�hnliche Stra�enbaum war die Pappel. 1869 wurden an derselben Stra�e 24 St�ck Pappeln gef�llt und 27 St�ck verkr�ppelte �nd teils verfaulte Kirschb�ume. Den G�terverkehr vermittelte der Frachtwagen. Den Personen-und Briefverkehr besorgte die Fahrpost, die die Winterschenke t�glich dreimal ber�hrte. Au�erdem belebten der reitende Kaufmann mit der ledernen Geldkatze um den Leib und dem Mantelsacke, viehtreibende H�ndler, fahrende Sch�ler und anderes fahrendes (d.h.laufendes) Volk die Landstra�e. F�r unsere Heimat war der Stra�enverkehr der Hauptsache nach Durchgangsverkehr. In respektvoller Entfernung von der Stra�e liegen die alten Bauernh�fe, damit nicht irgendwelche Seuche von dem fahrendem Volke eingeschleppt wurde. Die Entstehung der meisten Stra�end�rfer f�llt ins 18.Jh. Der Bauer hatte kein Recht, aber auch kein Bed�rfnis, mit der weiteren Umgebung in Ber�hrung zu kommen. Markt und Jahrmarkt brachten ihn h�chsten einmal auf die Beine, oder wenn er Botschaft f�r seinen Herrn gehen mu�te, kam er einmal mit der Au�enwelt in Ber�hrung. Nach dem Gep�lziger Erbregister von 1590 mu�ten die Bauern zu Naundorf und Gr�bsch�tz Botschaft gehen bis 15 Meilen weit, doch kommt es �fters vor, da� sie bis Leipzig und Dresden gehen mu�ten. In Zetteritzer Gutsangelegenheiten mu�te im drei�ig-j�hrigem Krieg, 25.November 1626, ein Bote in Dresden 7,5 Tage auf Nachricht warten. Nat�rlich war es auch nicht billig, einen Brief bef�rdern zu lassen. Nur einige Beispiele hierf�r : 8 gr. Botenlohn von einem Bericht wegen des erledigten Gutes Zetteritz nach Colditz zu tragen Christoff Walthern 10.Mai 1623. 2 fl. 6 gr. Nicoll Hoppen, von der Stiftsregierung zu Wurzen verfertigtes Patent an die Stangischen Gl�ubiger des Rittergutes Zetteritz und wieder nach Wurzen zu tragen 4. Oktober 1623. Wie ganz anders sind wir da heute gestellt, wo uns die Post eine Nachricht f�r 10 Pfennige um den halben Erdball tr�gt.

Der Wildstand

Hat uns �der Verkehr" Blicke in die landschaftliche Beschaffenheit der Gegend gestattet, so m�gen hier noch Notizen �ber den Wildstand folgen. Heute ist die Jagd ein Sport und wirft in den seltensten F�llen soviel ab, da� die Pachtsumme damit beglichen werden kann. Trotzdem muss der Wildstand als leidlich bezeichnet werden. Wenigstens hat es Zeiten gegeben, in denen es noch weniger Wild gab. Die Zimmermannsche Niederschrift aus dem alten Herrenhause Zetteritz berichtet, da� es zu Anfang des 19.Jh. nur wenig Hasen auf Zetteritzer Flur gab. An Rehwild war gar nicht zu denken. Die Napoleonischen Kriege, die mancherlei milit�rische Durchz�ge in unsere Gegend brachten, m�gen die Hauptschuld daran tragen. Herr O.Kirchner sen. auf Gep�lzig hat in drei�igj�hriger weidm�nnischer T�tigkeit, die allerdings mehr im Hegen und Pflegen des Wildes bestand als im Totschie�en, den Rehwildbestand der Gegend sehr gehoben. Umgekehrt scheint die Wirkung des drei�igj�hrigen Krieges auf den Wildbestand, wenigstens unserer Gegend, gewesen zu sein. Die Unruhen der Zeit m�gen wohl die Jagdberechtigten wenig oder gar nicht an die Aus�bung des Weidwerks haben denken lassen. Nach dem drei�igj�hrigem Kriege richteten besonders Wildschweine h�ufig Schaden an, wie aus folgenden Eintr�gen aus der Gro�milkauer Kirchenrechnung hervorgeht: 1699 1Gld. 3gr. Georg Jungen und Consorten, die Pfarrwiese einzuebnen, al� selbe von den wilden Schweinen umbgewuhlet worden. 1701, 5Gld. 15gr.dem Pfarrer, so ihm an Gehaltener Kirchrechnung ab 1700 wegen derer von wilten Schweinen umbgew�hleten Wiesen, einmahl vor alle Mahl einzub��en verwilliget worden.
In fr�herer Zeit mu� indessen der Wildbestand noch weit umfangreicher gewesen sein, wie verschiedene Flurnamen belegen wie: Hirschgarten, Hirschgezell, Fuchsberg(Naundorf), Fuchsacker(Gep�lzig), Sauwuhle(Zschauitz), Sauloch(Topfseifersdorf), Hasenacker(Gep�lzig).
 

Aberglaube und Volksbr�uche in der Heimat.

Die �lteste Art des Aberglaubens haben wir in unserem Volke in der Flursage erhalten, die �lteste Art des Volksbrauchs in den Flurbr�uchen. Beide lassen uns einen Blick tun bis in jene Zeit zur�ck, als noch �berall in deutschen Landen das Heidentum mit seinen zahlreichen Gottheiten die einzige Religion des Volkes war. Au�er dem Raume war es die Zeit, die den Menschen zum Aberglauben und zu eigent�mlichen Volksbr�uchen veranla�ten. Wir k�nnten diese Arten als �Kalendersagen" und �Kalenderbr�uche" bezeichnen. Somit haben wir es mit einer Vierteilung zu tun: Flursagen, Flurbr�uche, Kalendersagen, Kalenderbr�uche. Raum und Zeit, diese unbegrifflichen Dinge, hat der Mensch von jeher mit seiner Phantasie sich begreiflich zu machen versucht. Heilige Orte und heilige Zeiten sind des Volkes �ltestes und ureigenstes Eigentum. Zum heiligen Orte und zur heiligen Zeit gesellte sich naturgem�� der Kult, die heilige Handlung. Nur wenige dieser Handlungen haben sich infolge der Bek�mpfung durch die christliche Kirche, und dann eben nur in christlichem Gewande, bis auf unsere Tage gerettet. Die gro�e Mehrzahl ist l�ngst nicht mehr im Gebrauche, deshalb aber noch nicht vollst�ndig aus dem Volksbewu�tsein verschwunden. �Diestur". Die Sage hat sich in den meisten F�llen noch erhalten. Aus der Sage den ehemaligen alten Brauch zu rekonstruieren, ist ein gewagtes Unternehmen und d�rfte an den Laien etwa dasselbe Ansinnen richten, wie die Aufgabe an den B�cker, aus dem fertigen Brote wieder Mehl, oder an den M�ller, aus dem Mehle wieder keimkr�ftige Samenk�rner herzustellen. Ein solches Unternehmen ist aber nicht allein gewagt, sondern auch zwecklos f�r die Geschichte der Heimat. Die Sage an sich ist imstande, uns �ber heilige Orte und heilige Zeiten unserer Altvorderen zu unterrichten. Die Flursage hilft uns die Kultst�tten unserer heidnischen Vorfahren aufsuchen, w�hrend die Kalendersage uns mit den wichtigen Zeiten des altheidnischen Kalenders vertraut macht, der �brigens auf dem Lande noch ziemlich gel�ufig ist. Nehmen wir die Volkssagen und �br�uche also so auf, wie sie uns das Volk bietet. Sie der Vergessenheit zu entrei�en und einmal festzuhalten sind sie jedenfalls wert. Die Flursagen k�nnen hier �bergangen werden, da sie bei den Fluren der einzelnen Ortschaften aufgezeichnet sind, soweit sie sich ermitteln lie�en. Vgl. auch Vorgeschichte. Flurbr�uche existieren heute eigentlich, wenigstens in unserer Gegend, nicht mehr, nur wird ihrer in verschiedenen archivalischen Quellen Erw�hnung getan. So bezogen verschiedene alte Schulmeister ein gewisses Einkommen in Geld oder in Naturalien f�r die sogenannten Gregorinsumz�ge. (Milkau, Zetteritz.) (Der Schulmeister von Gro�milkau bezog von Sachsendorf Andreasgeld.) 30. November. Reichlich vorhanden sind au�er den zahlreichen Kalendersagen noch die Kalenderbr�uche. Die moderne Zeit r�umt aber auch unter ihnen gewaltig auf. Zun�chst ist es die Zeit der Sonnenwende, die reich daran ist. Zur Zeit der Wintersonnenwende (Weihnachten, 12 N�chte, Silvester, Neujahr) treiben die Hexen ihren Spuk, und sie zu bannen, ist Aufgabe des Volksbrauchs. Das geschieht nun meistens nicht durch Aus�bung als vielmehr durch Unterlassung gewisser Handlungen, so soll man zu dieser Zeit weder Haare noch Fingern�gel abschneiden, weder Bettw�sche noch F��e waschen, keinen D�nger aufs Feld fahren und die H�hner nicht rufen, da sie sonst ihre Eier zu fremden Leuten legen. Im Stalle hantiert man nicht mit Stroh. Man vermeidet, etwas zu zerbrechen. Gewisse Speisen werden vom K�chenzettel abgesetzt, w�hrend andere (Hering, Brei) nicht fehlen d�rfen. Dem Hexenspuk kann aber auch durch tatkr�ftiges Handeln gesteuert werden. Dem reichen Nachbar nimmt man sein Gl�ck, wenn man ihm in der Nacht nur eine Hand voll Klee vom Felde abrupft. Wenn die Obstb�ume gut tragen sollen, geht man um Mitternacht im Hemd in den Garten und umbindet, ohne ein Wort zu sprechen, die B�ume mit einem Strohseile oder steckt ein Geldst�ck (1 Pfg.) in die rissige Rinde. Ebenso beschenkt man den Brunnen. Damit das Vieh das ganz Jahr nicht Not zu leiden braucht, wird ihm in dieser Zeit soviel Futter vorgelegt, da� es dasselbe nicht auffressen kann. Um diese Zeit ist aber der sterbliche Mensch auch bef�higt, die Zukunft zu schauen. Man stelle sich nur um Mitternacht an den Kreuzweg oder merke sich die Tr�ume in den 12 N�chten. Sie sagen uns auch das Wetter der kommenden 12 Monate. Wenn die Jungfrau um Mitternacht an die H�hnerhort klopft, kann sie erfahren, ob sie in dem Jahre noch heiratet; denn �Kr�ht der Hahn, so krieg ich en Mann, Gackert die Henn', so krieg ich noch kenn." Endlich gie�t man Blei in Wasser und kann mit einiger Phantasie unschwer den Brautkranz oder die Tr�nen des kommenden Jahres erkennen. Zur Zeit der Sonnenwende ist weniger zu unterlassen. Die Jahreszeit eignet sich ja wohl auch mehr zum Handeln als zum Unterlassen. Auch sie besitzt die F�higkeit, die Menschen in die Zukunft schauen zu lassen. Man legt sich einen Kranz aus siebenerlei Kr�utern unter das Kopfkissen, dann geht der Traum in Erf�llung. Ein frischer Strau� Farnwedel aus dem Walde wird im Schweinestalle aufgeh�ngt und sch�tzt die Tiere vor Rotlauf (Rote Ruhr, Rose). Das eigentliche Hexenfest ist der 1.Mai, die Walpurgisnacht. Da legt man den Besen vor die T�r oder auch zwei Besen kreuzweise �bereinander vor die Stallt�r, um die unsauberen Geister von Mensch und Vieh fernzuhalten. Vieh f�ttert man sorgf�ltig vor Sonnenuntergang und fa�t es auch nicht an die Kette an. Vor Sonnenuntergang mu� die Arbeit beendet, m�ssen die Kinder zu Bett sein. Wer nach Sonnenuntergang Gras m�ht, wird behext und wer an dem Tage etwas verborgt, mu� mit einer Mi�ernte rechnen. Hier und da finden sich auch noch andere als die aufgef�hrten Arten des Volksglaubens und des Volksbrauchs. Dem Toten gibt man bisweilen ein Geldst�ck mit in den Sarg. Bei den Erdarbeiten, die dem Einbau der Heizungsanlage in der Kirche zu Gro�milkau vorausgingen, fand man 2 M�nzen aus dem 17. Jh. in den Gr�ften. In manchen H�usern h�lt man auf Erbbacktr�ge und Erbschl�sseln, d.h.solche Backtr�ge und Schl�ssel, die man nicht neu gekauft, sondern von einem Verstorbenen geerbt hat. Der Erbbacktrog wendet die Feuergefahr ab, w�hrend man mit dem Erbschl�ssel unter gewissen geheimnisvollen Formeln die Zukunft erschlie�en und andere Wundertaten verrichten kann. Um Feuer zu lokalisieren, umreitet es wohl ein �Feuerreiter". Bei dem in Sch�nfeld erfolgten gro�en Brande soll der Feuerreiter geholfen haben, w�hrend der Erbbacktrog beim Brande der Gep�lziger Rittergutsscheune am 19.November 1910 eine Rolle gespielt haben soll. Aus den Kriegen von 1864/66 haben dem Verfasser auch sogenannte �Schutzbriefe" vorgelegen, die der Soldat im Kriege bei sich trug und die ihn vor feindlichen Kugeln, Krankheiten, kurz vor allem Ungemach, auch im Frieden, sch�tzen sollten. Wenn diese Art des Volksglaubens und des Volksbrauchs verschwindet, ist es nur erfreulich, denn ein historischer Wert liegt nicht darin und seine Wurzeln sind wie die Wurzeln der alten b�uerlichen Heilkunst in der Gra�esten Unwissenheit des Landvolkes im Mittelalter zu suchen. �Schwamm druff, Dreck dr�ber" ist ein bekanntes b�uerliches Rezept. �berwinterter Kuhmist als Tee. Spinnweben auf Wunden und �Sperlingsdreck" gegen Verstopfungen stehen leider heute noch in hohem Ansehen.

Die Kollatur der Kirchen zu Gro�milkau und Crossen

Die Kollatur �ber die Kirchen zu Gro�milkau und Crossen stand dem jeweiligen Senior der Milkauischen Familie zu, er mochte im In- oder Auslande sein. Diese sonderbare Bestimmung f�hrte zu allerhand Unzutr�glichkeiten f�r die Kirchgemeinden. Der Senior der Milkauischen Familie war in den Zeiten, in denen der Bauer am Verkehr so gut wie gar nicht teilnahm und der Verkehr an sich langweiliger und beschwerlicher war, bei der weiten Verbreitung des Milkauischen Geschlechts schwer zu entdecken. Hatte man ihn gl�cklich, so kam es wohl auch vor, da� ihm ein anderes Glied der Familie von Milkau das Recht streitig machte. Wenn man jedesmal den Senior des Geschlechts w�hlen mu�te, der manchmal bei Antritt seines Amtes schon ein hochbetagter Mann war, so erscheint es begreiflich, da� Milkau und Crossen aus dem Kollaturenwechsel nicht gro� herauskamen, und die Kirchenv�ter hatten mit der Aufsuchung von Kollatoren mehr zu tun, als die Kollatoren mit der Aus�bung ihres Rechtes. Wenn der Kollator gestorben war, trat f�r die Parochien eine auf bestimmte, nicht zu knapp bemessene Zeit Parochialtrauer ein, bei der s�mtliche Lustbarkeiten im Kirchspiel untersagt waren. Gro�milkau und Crossen kamen so aus der Trauer nicht gro� heraus, und sie w�ren wohl ganz traurige D�rfer gewesen, w�re das obenerw�hnte Verbot nicht des �fteren �bertreten worden. Sp�ter setzt man kurzfristigere Trauerzeiten an, zumal, da man merkte, da� die Kirchgemeinden begreiflicherweise am Tode des oft weit entfernt wohnenden und ihnen kaum dem Namen nach bekannten Kollaturs nicht den geringsten Anteil nahmen. Viele Senioren �bertrugen auch ihr Recht an einheimische Glieder der Familie von Milkau. Sp�ter flaut das Interesse der Milkauischen Familie f�r die Kollatur vollst�ndig ab, und 1870 geht sie stillschweigend an die heimischen G�ter Milkau und Crossen �ber, wird auch von Nichtmitgliedern der Milkauischen Familie, die im 19.Jh. in Milkau und Crossen Sitz hatten, ge�bt. Unter den Kollaturgerichten, die zu Gro�milkau gehalten wurden, standen das Dorf Zschachwitz und 2 Bauern in Zschauitz, die nicht vom Rittergutsherrn, sondern vom Kollatur, dem Senior des milkauischen Geschlechts, die Lehen nehmen mu�ten. Vermutlich handelt es sich hier um an die Kirche �bergegangene alte Kapelleneink�nfte, die dem Pfarrer von Gro�milkau zuflossen. Zumeist m�gen die zwei Zschauitzer Bauern ihr Lehen aus der Hand des Pfarrherrn empfangen haben, der sie auch zeitig von den Frondiensten befreit, resp. darauf verzichtet. S�mtliche Kollatoren der beiden Kirchen zu nennen, ist unm�glich, da die Nachrichten nur soweit zur�ckreichen, als das Kirchenlehnbuch von 1680 sie gibt. Ein �lteres Kirchenbuch, das vielleicht auch wertvollen Aufschlu� �ber die Zschauitzer Kapelle und den Ursprung der Zschauitzer Lehen h�tte geben k�nnen, ist vielleicht 1616 beim Brande der Kirche und Pfarre zu Gro�milkau mitverbrannt. Nach Hiller, Einleitung zur Ephorie Rochlitz der neuen s�chs.K.G. be-sa�en 1503 die Deutschherren zu Zschillen das Patronat �ber Gro�milkau und Zettlitz, wie �ber deren mater, Seelitz. (Vgl. auch Hering, Gesch. des S�chs. Hochl. I. 18. Anm. 9.) Zufolge des oben anges. Kirchenlehnbuches und auf Grund einiger anderer Quellen und Leichensteine sind Kollatoren von Milkau und Crossen gewesen: (Die einheimischen Kollatoren werden nur dem Namen nach genannt. Weiteres vergl. Ritterg�ter.) 1615 Hans Elias von Milkau, 1634 Georg Christoff v.M., 1668 Georg Wilhelm v.M., 1669 Hiob v.M., 10.Juni 1680 Moritz Joachim v. M.auf Rosenhof (Blitz in den Crossener Kirchturm eingeschlagen), John Melchior v.M.auf Gep�lzig bis 1693, Hans Christoff von Milkau auf Clausnitz bis 1699. Hans Adam v.M., Hochf�rstlicher S�chsischer Wei�enfelsscher Hochbestallter Kammer-junker ec., Schlo�hauptmann bis 14. Februar 1711. Job Wilhelm v.M. auf Obermosel bis 18.Februar 1722. Hanu� Melchior v.M. auf Mutterwitz bis 22.Juni 1724. Heinrich Wilhelm v.M. bis 1733. Hanu� Georg v.M. bis 1741. Georg Wilhelm v. M., Obristwachtmeister ec.zu Strehla bis 1742. Hanu� Georg v.M. bis 1747. Johann Adolph v.M. zu Bruna i.V. tritt sein Recht ab an Friedrich Wilhelm v.M. auf Alberoda bis 2.Mai 1772. Otto Wilhelm v.M. bis 1773. Johann August v.M. auf Wildenhain und Ruppersdorf bis 1796. Friedrich Wilhelm Nikolaus v.M. bis 1801. Christian Wilhelm Gottlob, Freiherr v.M., herzogl. Weimarscher wirkl. Kammerherr, Major und Kommandant der Stadt Jena bis 14. Januar 1802. Carl Friedrich von Milkau bis 1804. Von hier an war der Senior nicht ausfindig zu machen. Die Kollatur �bernahmen: Job Adolf Friedrich v.M. aus dem Hause Wildenhain bis 1810. Carl Christoph von Arnim (Crossen) wird das Recht streitig gemacht von Friedrich Wilhelm Melchior v.M. auf Wormstadt, bis 1818. Heinrich Wolf von Arnim auf Planitz, Edelsbrunn, Rottmannsdorf und Ifersgr�n, Hans Karl von Arnim auf Kriebstein, Friedrich Henning von Arnim auf Crossen und Gro�milkau gemeinschaftlich bis 1837, von da an der letztere allein. Jetzt befindet sich die Kollatur im Besitze des Evangelisch-Lutherrischen Landeskonsistoriums.

 

Heimatliche Volksw�rter und Redensarten.

Ein S�kks�sches - Hochdeutsches W�rterbuch f�r Zugereiste. (Einige W�rter hervorgehoben)


Bei sorgf�ltiger Beobachtung der heimatlichen Mundart lassen sich gewisse Gesetze finden, in denen sich die Volkssprache bewegt. Die Mundart bildet ihre Formen oft regelm��iger als die neuhochdeutsche Sprache. In gewissen F�llen kann die Mundart �ber die Schwierigkeiten der Rechtschreibung leicht hinweghelfen. Die Mundart unterscheidet z.B. scharf: hochdeutsch = zeigen Mundart = zeigen
�� = Zeichen �� = Zeechen
�� = Teich �� = Teich
�� = Teig �� = Degk
�� = der Heide �� = der Heide
�� = die Heide �� = die Heede
�� = i�t �� = i�t
�� = ist �� = is
�� = ausweichen �� = ausweichen
�� = einweichen �� = einweechen.
Wir sprechen: Kuchen; suchen lang aus und schreiben diese W�rter mit �ch". Die Mundart spricht sie gewissenhaft auch kurz aus. Alle Gesetze der Mundart aufzuf�hren bin ich weder in der Lage, noch ist es der Zweck des Werkes. Vielmehr mag selber jeder beobachten und forschen. Ich verweise hier auch auf die Arbeit �Die obers�chsiche Hauptmundart" von Dr. Karl Franke bei Wuttke, S�chsische Volkskunde S. 275-295. Es m�gen dem unter g�tiger Mitwirkung der Herrn Lehrer Schierge, Zetteritz und Bauch, Gro�milkau, gesammelten heimatlichen Redensartenschatze nur einige Wortreihen, die gesetzm��ig gebildet sind, vorausgehen.
Hunnert = hundert, Kinner = Kinder, Rinner = Rinder, Schinner = Schinder, B�nner = B�nder, R�nner = R�nder, W�nne = W�nde, Winge = Winde Mehrzahl Wing, Linge = Linde Mz. Ling, Binge = Binde Mz. Bing, Schinger = Schinder.
Roochen = rauchen, ooch = auch, Oogen = Augen, Wahn = Wagen, trahn = tragen, sahn = sagen, lehn = legen, Schnie = Schnee, Siels = Seelitz, Klie = Klee, Diehl'n = D�hlen, bal = bald, kal = kalt, Wal = Wald, Barne = Birne, Zwarn = Zwirn, Hutt = Hut, gutt = gut, stitt = steht, gitt = geht, sitt = sieht, Sanse = Sense, Samf = Senf, Zschopplschn = Zschoppelshain, Zweikerschn = Schweikershain, Boom = Baum Mz. Beeme, Troom = Traum Mz. Treeme, steuf = steif, Binne = Biene Mz. Binn, Zinne = Zehe Mz. Zinn, Leuter = Leiter, Reuter = Reiter, taufen, Hauptwort D�fte, liegen Hauptwort L�de, hausen Hauptwort H�uste = der Ort, wo jemand haust; der gepflasterte Platz vor dem Hause, wo jemand w�scht, scheuert usw., kurz haust, d.h. seine h�usliche T�tigkeit hin erstreckt.
Sich gr��en vor = jemanden gr��en, etwas sagen �ber = zu jemanden etwas sagen. Die nachfolgende Sammlung von Volksw�rtern und Redensarten der heimatlichen Mundart d�rfte f�r jede heimatliche Schule von einigem Interesse sein. Wohl kann sie keinen Anspruch auf Vollst�ndigkeit erheben, umsomehr aber auf Orginalit�t, wie sich kein gro�z�gig angelegtes Volksw�rterbuch bieten kann, das immer mit zu vielen �rtlich verschiedenen Variationen rechnen mu�. In den Abweichungen der Volkssprache vom Neuhochdeutschen liegt ein Teil der Angelpunkte f�r die unterrichtliche Behandlung der deutschen Sprache. ��le = Oel; aber, awr = oder (der war der); Abrn, Arbrn = Erdbirnen, Kartoffeln (Erd�ppel); Abschlag = Abschlag, Wasserrinne quer �ber die Stra�e; Achtch'n = Achtung, �gib hibsch Achtch'n !"- pa� h�bsch auf, gib Achtung!; �cht'rch'n = einachtel Liter, Elle usw. �e �chterch'n ��le".;
Afang = Anfang, fang a! = fang an ! ; ageruhrt = anger�hrt; allenk = an allen Ecken, �berall, Altar, das; Amenge = Kleie und anderes Futtermehl; Angstriehre = Angstr�hre, Cylinderhut; annerschd'r = anders; �ppelboom = Apfelbaum; �rbt = Arbeit; Arns = Arras (Dorf); �rschln, �rschlings = verkehrt, r�ckw�rts, ; A... wisch: der pa�t wie der Igel zum.
A.= pa�t ganz und gar nicht dazu; Arvll = Arm voll, eine �Arvll" Heu, Stroh, Holz usw.(vgl. Hamvll)
�s(e)l = Esel; Asche = Geld; aspann = anspannen; assn = essen, "Kummt rei, wulln assn!" (Redensart beim Kartenspiel, wenn einer alle Stiche machen will); Atzen = Aitzendorf (Ort); Auge: � Um ee Ooge war die Kuh blind."(Redensart beim kartenspiel, wenn noch ein Auge fehlt.); Azeech(e)n = Anzeichen, e schlimmes Azeechen; Azeige = Anzeige; aziehn = anziehen, Babs = Poppitz (Ort), auch h�ufig vorkommender Geschlechtsname; B�de = Mz. von Beet; B�dln = Beedeln (Ort); Bahne = Bahn; B�hnert = Korb aus geflochtenen, ungesch�lten Ruten oder Sp�nen; B�nne , Benne = Penna (Ort); Band Mz. = B�nn(e)r; barbsj = barfu�; Barchent �'s gitt keene Elle Barsch'nt" (Redensart beim Kartenspiel, wenn alle Farben gestochen werden.); Bargus, Berkus, B�rkus Fritze = Fritz Bergmann; Barne = Birne; Bartld, Heiserbartld = H�usler, Hausbesitzer Berthold, zum Unterschied von Gitterbartld = Gutsbesitzer Berthold; B�rnsdurf, Barnsdurf = Bernsdorf (Ort) ; B�rsch'n = P�rsten (Ort); Battsch, e Battsch g�m = eine Hand (zum Gru�e) geben; Bauer, er streit s'ch wie e Bauer, denn's Haus brennt. (Redensart, wenn sich einer sehr freut.); beeg(e)n = biegen; Bilsj = Gep�lzig (Ort); Bimse = Geld, bimsen; Binge = Binde, eens hinger de Binge gie�en = trinken insbesondere bei Bier und Schnaps; Berne = Pirna (Ort); Binne = Biene, de Binn schw�rm; Bittersillje = Petersilie; bizz(e)ln = zer-, klarschneiden, Bizz(e)lei; Blach = Blech, Blach rieden = dummes Zeug reden; Boie, Boje Beue = Wiege, Bett; Bost = Bosheit; bowern, buwern, es buwert = es donnert; Brands, Branz = sinnloses Gepl�rr, brandsen, Brandsmaul, Brandsfritze; Bred'nburn = Breitenborn (Ort); Brut = Brot; Brodel = Br�tchen; buch'n = pochen, Steene buch'n; budd'n, buddl'n = nicht wachsen, schlecht wachsen; Buddn = Boden, Ewerbudden = Oberboden; Bulldaum Mz. = Dreierbrote; bull = bellte (der Hund bull); bumale, bumadj = langsam; Burne = Borna (Ort); Dahln = Talheim, an dr D�hlmer (Grenze); Daller, Dallern = Teller; dammbrn = spielen, Dammbrzeig, Dammbrfritze; Dammrg = Tanneberg; dar = der; D�stch, Destch = Geringswalde, Jericho; datsch(e)n = schlecht reden; verdatscht = verw�hnt; Debb'r, er lacht wie e Debb'r, wenn er umgeworfen hat. (Redensart, wenn einer vor Lachen gar nicht wieder zu sich kommt; Diehlen = D�hlen (Ort); Diesdurf = Theesdorf (Ort); Ding in Dinge hen = entlang; Dingrch = Lump; Dinsj = Dienstag; Ditzendurf = Dittmansdorf;dobrg, dubrg = schw�l, neblig. Dubrgkeet; D�hre = T�r, mach de D�hre zu !; drackfrassig = geizig; Drasn = Dresden; Drasch = viel Arbeit und Aufregung; drasch'n = dreschen; dummstulz = stolz ohne Grund und Geschick; eegal = gleich, immer; eelitzg = einzeln; eenehand = �fter; ehre, �hre = eher; Eibeeger = Einbieger, Taschenmesser; Eideelige = Einteilung, mehrheidlich Einteilunge; eischarrn = einschirren; Eienamm = Einzunehmen, Arzenei; Emile = dativ von Emil, ebenso Paule, Maxe usw.; Endins Heinerch = Endtmanns Heinrich; �er" = � der" , derz�hlen, drzahlt, drkenn, drschiesen, d'rrenn, drleb'n, drsaufen; erschd = erst; Erle = Erlau (Ort); Essen �Ich ducht m'rsch glei bein Assen" = Ich dachte mir's gleich... (Redensart); facken = werfen, Fackeball; Fader = Feder; Fahler = Fehler; Fahrt: Eine Fahrt Wasser, von mhd. Fahren = gehen, 2 Eimer voll, �berhaupt soviel man auf einen Gang fortbringt; Fahrzje = ein heiteres (�berm�tig) Erlebnis; fallen, es fuhl = fiel; Fanst'r = Fenster Mz. Fanstern; f�nsen = weinen; F�rsau = Ferkelsau, Muttersau; Faschdr = F�rster; fartg = fertig, nu simmer fartg; Fauns = die Schelle, Schlag mit der Faust ins Gesicht; feedern = f�rdern, fortschreiten, es feedert schlecht (auch f�dert); feel = feil, feel haln = feil halten; Feerchen = Ferien, Feez = Spa�, feixen = lachen;, Veixtanz Volkset. Bildung f�r Veitstanz; Fengk(Pfeng) = Pfennig; Fisch'n = Fischheim (Ort); Fischutter = Fischotter; Fissemadenschen = unn�tze Ziererei; Fitzenditscher = Gehrock, langer Rock; fix = schnell; Schnellmachefix = Durchfall; Flaamge = Flemmingen (Ort); Fl�z = ungeschliffener Mensch; Fleesch = Fleisch; Flittch = Flecken von Zeug, Fl�gel; Kittelflittche = Bez. F�r gekochtes Wei�kraut; Fluck, Flok = Floh; fluck = pfl�cke, fluck Karschn = pfl�cke Kirschen; Flur = Flor; flutschen, es flutscht = es geht gut, fleckt f�rdert; fodern = fordern; Frank(e)n = Frankenau (Ort); Frasse = Gesicht, ich hau dr de Frasse vull; Freitg = Freitag; fressen, der hat een gefrassen = ist bedrunken; Funsel = Gokellampe, kleine R�b�llampe; futsch, das Geld ist futsch = es ist verloren; Gangker = Weberknecht (Spinne); Gargswal = Geringswalde; gar nich l�ngst = unl�ngst; gaten = j�ten; geb�nnert, er kummt geb�nnert = langsam gefahren, gelaufen, angezogen; Geche, Ieche = Durchfall bei Tieren; gefung = gefunden; gehen, gieh furt! Ich gieh furt; Geld, Ich wills ihm schon f�r �e Geld" machen. (Redensart, wenn einer den andern �rgern oder ihm wohl gar Schaden zuf�gen will.) ge'ling, gelchen = schnell, pl�tzlich, unerwartet; genner = jener, der Genne; gereechert, reechern = r�uchern; Geschiede, Geschieche = Schuhwerk; Geschwad = Schwaden, Grasheureihe; gessen, gassen = gegessen; gewast = gewesen; geudern = vergeuden; giskerieren, diskerieren = unterhalten; Glasen = Glasten (Ort); glatt = sch�n, gut, gelungen, h�bsch, wohlgeraten, wohlgef�llig; glauch = na�, feucht; Guldammer = Goldammer; Gokellampe = R�b�llampe; Gr�bls = Gr�blitz (Ort); Grabscht = Grabscheid, Spaten; Gr�bscht = Gr�bsch�tz (Ort), Gr�bscht'r Wag; Granne = Kr�he; gering, mir is ganz gering = schlecht, �bel, unwohl; gru� = gro�, gesserder, an gre�ten; gr��en, sich gr��en vor jemanden. Er gr��te sich vor mir; Gru�migke = Gro�milkau (Ort); gungs(e)n = sto�en; Gusche = Maul, auch Mund; Gustl = Gustav, Bapps Gustl; Half mir mol in d Hieh! = Hilf mir einmal (den Tragkob usw.) in die H�he heben! H�m, H�fe = Hefe(n); Hambrch = Hampelmann, Hanswurst, alter Handwerksbursche, Landstreicher, Bummler; h�mflich = handgreiflich; Hamvll, H�mll = Handvoll (Vgl. Arvll); Hand, Mz. H�nne; Handschchen, H�ndschchen = Handschuhe; Happ = Bissen; hargam = hergeben; har saht = er sagte; hartsche = hart daran, nahe bei, der Stehen flogk hartsche an mir vorbei; Haus, das, f�llt bal' ei = die Frau kommt bald ein; H�usermannskuh � Er hat Appetit und s�uft wie ne H�usermannskuh" (Redensart); H�uste, Heiste = gepflasterter Steig vor dem Hause, Hausflur; Hatsch = Kosename f�r Pferd, H�tschchen, Pf�rh�tschchen; h�tscheln = liebkosen; heckern = klettern; Hebde, H�bde, Bauh�bde = Hebefest, Richtfest; Heedlb�rn = Heidelbeeren; Heemde = Heimat; heescher, heesch = heiser; Henne �Uff der derr'n Henne sitzen." (Redensart, wenn einer nichts hat); herrlich harrlich = kostver�chtlich, w�hlerisch �Die Ziege ist herrlich"; Hersch, das = der Hirsch; Hinde = Hunde; hinger = hinter; Hingerbeene = Hinterbeine; Hingerlader = Wagen, in dessen Hinterteil Personen sitzen k�nnen; Hingerwahn = Hinterteil (urspr�nglich Hinterwagen), z.B. Der Hund schleppt den Hingerwahn = wenn er mit den Hinterbeinen nicht auftreten kann; hinne = drin; Hingkbeere = Himbeere; Hinner = H�hner; hinte = heute abend; Hitsche = Fu�bank; hom = haben (hum); Hosen imweng = Hosen umwenden, herunterziehen;Hubl = Hobel, Hubelspane; Huchst, Hukst = Hochzeit; hunnert = hundert; hurtig, h�rtger = schneller; Husche, Hule = Rufname f�r G�nse; Hutsche, Hutschche = Kr�te, Frosch; hutschen = rutschen; hutt = hat, er hutt�r = hat welche, sie hunn�r = sie haben welche; Hutt = Hut, iemand = jemand; iezg =eklig, spitzfindig; imsist = umsonst; Inger = der Unter (Kartenspiel); Ingerdasse = Untertasse, Ingeruffezier; Ins�lt = Talg, Inseltlicht; itzern = jetzt, k�rzlich; J�cke = Jacke (Sch�cke); Jericho = Geringswalde (Ort); jo, juh = ja; uju = oja; Johrmord = Jahrmarkt; K�bbsch = K�ttwitzsch (Ort); kabsch, k�bsch = w�hlerisch, �belnehmisch; Kabsch�n = Frau K�bisch; Kalaunstaucher = Fahrzeug ohne Federung; Kalch = Kalk, mit Kalche; Kammz = Chemnitz (Ort); Kannbee = Kanapee, Sofa; Kappch�n = Obertasse; Karbse = K�rbisse, Karche = Kirche; Karchiebls Male = Amalie Kirchh�bel; Karms = Kirmes; Karschdurf = Carsdorf; Karsch�n = Kirschen; Kase = K�se; Kaularsch = Kaulquappe; Kaule = Verdickung am Kohlrabi und Sellerie; keen nich = keinen, niemand; Kehreule = Borstbesen, Kehrbesen; Kiddrn = K�ttern(Ort); kiehfiss�g = kuhf�ssig, ungeschickt; kimmt = kommt; Kind Mz. Kinner; Kinkerlitzchen = Hanswursterei; Kinnerfra = Kinderfrau, Hebamme; Kinzchen = K�nigshain(Ort); kleeb�n = mauern; Kleenmilgke = Kleinmilkau (Ort); Kleewer, Kleber = Maurer; Klie = Klee; Klie�er = Kl��e; knaubeln = kn�pfen; K�ch = zusammengeschlepptes Getreide; k�chen = Getreide rechen; K�chrechen = Schlepprechen; kofd = gekauft; Krankt = Krankheit; kreesch�n = ausbraten (Speck auslassen); kreien = kriegen, bekommen, ich kreie, du kreist, er kreit, gekriet; Kretzgarden = Kressegarten, Gem�segarten; Kretzer = Gem�seg�rtner, Kretzerei, kretzen; krietschen, knietschen = schreien; Kuchen: Er sitzt da, wie e derber Kuchen (Redensart); kuffen = sto�en; K�hstall = Kuhstall, K�hjunge; Kulke = Kolkau (Ort); Kullande = Girlande; Kultz = Colditz (Ort); kummmaha! = komm mal her!; Kuppwiehdun, Kuppnut, Kuppangst = Kopfschmerz; l�de = legte, die L�de; l�dg = ledig, leer, e l�dger Wahn; l�hn = legen, es leit, die Henne l�t, gel�t; langsch�mlich = langweilig, langsam, gleichg�ltig; l�mg = lebendig; lappg = benommen, er hat sich lappg gezeigt; laas�n = lassen; las�n = lesen; Last�n = Lastau (Ort); Latte: Der hat ne Latte = ist angetrunken; l�tsch = schief, e l�tsches Been, �s is l�tsch gang; Latsch = Fu�, Schuh; Latsch: e Schalchen Latsch = eine Tasse kaffee; Latte, eine haben = betrunken sein; lawed = entzwei ( im Spiel verloren); Leuter, Letter = Leiter; Linge = Linde, de Schennfeller Linge; loofen = laufen, loof schorf! Ha leeft sachte; Luh = Lohe, Bezeichnung f�r jede Pflanzenkrankheit; Lumig = Lump; Lumpen: aus n Lumpen sch�tteln(Redensart, wenn jemand ausgezankt oder aufger�ttelt wird); L�mmel = gro�er, ungezogener, ungeschickter Mensch;Lunz�n = Lunzenau (Ort); M�de, Mahde = Methau (Ort); Maistuck,Rohmstuck = L�wenzahn; Malvr = Staub(wolke); mar nich su! Mach keen Mahrz = unn�tzes Gerede; Mart, das = der Marder; Marcht = Markt; Maukche = Versteck, wo (gew. Unreifes Fall-) Obst versteckt wird, (im Heu) damit es notd�rftig reif wird; meh = mehro, mehr( er hat meh sei Haus verkooft), nunmehr; Mepp-Mepp = Automobil; meseldr�htj = verwirrt; Michls Rese = Therese Michael; Miebs = M�bius; Miehlwahn = M�hlwagen; Milgke = Milkau (Ort); Mitten, die = die Mitte, in der Mittend; Mittewuche = Mittwoch, uff de Mittewuche; Mittg = Mittag, zu Mittge, vermittge, namittge, mittgs, Mittgsruche; Mittweede = Mittweida (Ort); Mordkurb = Marktkorb, Mordwegk, Mordsteck,; mr vrstiehts (vrstitts) nich = man versteht es nicht; Mulle = Mulde; Mulwrg, Modwulf = Maulwurf; munkeln = �ffentliches Geheimnis reden; Murd, Mord = Marder; murks'n = schlecht arbeiten; abmurkd'n = abstechen, abschlachten; Mutsche = Kosename f�r Kuh; M�tschchen = Kalb; namittge = nachmittags; Nappchen = Obertasse; N�rche = Nerchau(Ort); n�rrsch = n�rrisch, das is mr zu n�rrsch; nau = neu, Naumelgke, naubacken; Naunhan = Nauenhain (Ort); ningern = schreien, weinen; Nisch'l = Sch�del, Kopf ; nischt = nichts, uff keener Ecke nischt, er hat mit nischte agefang; nuff = hinauf; nunger = hinunter; Nu�bls = No�witz (Ort); Oden = Atem; O, du meine liebe Mitze (Redensart, wenn jemand seiner Verwunderung Ausdruck geben will); o, mei! = o, weh!;Papps = Poppitz (Ort); P�rsch'n = P�rsten (Ort); Paten, jemand �die Paten stecken" = die Wahrheit (ungeschminkt) sagen; Pf�re, Pf�r = Pferde, Pf�rstall; Platsch, B�rlatsch = ungeschickter, t�lpelhafter Mensch; Priezl = einf�ltiger Mensch, Einfallspinsel; Pritsche = Kutschersitz hinten auf dem Schlitten; Qu�le, Handqu�le = Handtuch; Quaddrig, Qua�lich = Quatsch, Unsinn, quasseln, Quasselkopp, Quasselfritze; �Rad, �s gitt e Rad in Drecke" (Redensart im Kartenspiel, wenn etwas nicht in Ordnung ist, oder �Es ist ein Haar oder eine Laus in der Suppe oder es h�ngt (ei)ne Kuh in der Luft"; raden = roden, Radehacke; rammeln = balgen; `s rant = es regnet; R�ngalle = Regenbogen, oder ein Teil davon; Ranzen = Bauch des Tieres; reck de Schol har = reiche die Schale her; R�nftl = Brotanschnitt; renntlich = reinlich; Rewinsch'n = Rapunzel; Richz'n = Richzenhain (Ort); Riem = Mz. von Rippe; rimgedraht = herumgedreht; umgekehrt; rimkalfaktern = herumunarten; Ringe = Rinde, Mz. die Ring; Rohm = Rahm, Sahne; Rohmstuck, vgl. Maistuck; Ruchls = Rochlitz (Ort); rumpeln = unter Aufdr�cken reiben; runger = herunter; Rungs = ungeschliffener Mensch; Rungs`n = derbes St�ck Brot, ein Keil Brot; Ruprch = Knecht Ruprecht; rur�n = ackern, die Stoppel st�rzen; S�bsch�n = Seebitzschen (Ort); sachte = langsam; sahn = ausseheen, wie das sitt!; sak = er sah, sich! Sieh!; Samf = Senf; Sanse = Sense; Sarnzg = S�rnzig (Ort); satt = genug, mir ham�r satt, s�tter, am s�ttesten, nu hab �ch �s n aber satt; satz d�ch o = setze dich auch; Saun = Schweine; sauf aus! = trinke aus!; Schaags = Zschaagwitz (Ort); Schadersch = Zschadra� (Ort); Schad�l = Sch�del, Kopf, dar hott an gru�en Schadl!; Schalch'n = Untertasse; Sch�wer = Haufen; �s sch�wert = h�uft sich; scheb = schief; Schennfell = Sch�nfeld (Ort); Scherenschleifer: er rennt wie ein Scherenschleifer (Redensart); Schibbe = Schaufel; Schiebuck, Schiebecker = Butterbrot; schiene = sch�n; Schiepl = verschrobene Kopfbedeckung; Schinner, Schinger = Caviller; Schi� = Furcht von Schitz (ABC-Schitz, der mit Furcht zur Schule geht.); Schlaffittchen: am Schlaffittchen nehmen = am Kragen packen; schlahn = schlagen; Schlamm = Geld, schl�mmen im Spiel; Schlapper = Schlickermilch, saure Milch; schlawern = schnell und dummes Zeug reden, Schlawermaul; Schlenkrich, Schlenkerbillet = (schwer zu �bersetzen) die Stra�e macht � Schlenkrich = Bogen; schnadd dar mr ein ! = schneidet der aber auf!; schnibbln = klarschneiden; Schniezch'n = kleines St�ckchen; schubb(e)n = sto�en; Schuk = Schuh; schullern = gleiten auf dem Eis; Schuster = Dreierbr�tchen; Schu�kalle = Fuhrmannssitz auf dem Wagen; schwappln, eins schwappln = eins trinken; Schwamm druff, Dreck dr�ber (Feuerschwamm und Dreck als alte Wunderheilmittel); Schwinge = runder Henkelkorb, ohne Flachboden; Seer = Wand = Pendel = Gewichte = Geh�useuhr, dr Seer stitt von Seiger, Zeiger, Teil f.d. Ganze; Seierschdurf = Topfseifersdorf (Ort); seld, s�ld = k�rzlich; serre = sehr, seddr, am serrtsten; Seubm = Seuphan (Ort); Sibb = Sieb; Sielz, Siels = Seelitz(Ort); Sinnamd = Sonnabend; sist = sonst; sitzen: dar hutt en sitzen = der ist betrunken; speien = spucken, spieh, gespiehen, auch �bergeben, Speie; Sperrenschen machen = sich sperren, str�uben; Sprau = Spreu; Spuck aus! Spei aus!- spiele aus! (im Kartenspiel); St�mj = St�bnig (Ort); Stehen in Garden werfen = Gefallen erweisen; sterl'n = st�ren, sto�en ins Wespennest sterl�n; Stich: e Stich ham, wie e alt Mensch, (Redensart im Kartenspiel, wenn einer wenigstens einen Stich hat); Stieden = St�dten (Ort); stiersch = st�rrisch; Stie�er(ch) = Raubvogel, St�sser; steuf = steif; St�ck: uff St�cken gehen, schlagen = in St�cken; Suldade = Soldat; Sullat = Salat; Sunntg = Sonntag, Sunntgs = Sonntags; T�fte, D�fte = Taufe; Tapps = T�lpel; temmeln, d�mmeln = ein-, fest-, zusammentreten, trampeln; tottg, duttg = toll; trahn = tragen; tred'l nich su! = lauf nicht so langsam! tr�deln; treuch(e), treich = trocken, treuchen, ufftreichen, die Treuchte oder Treichtigkeit; Tunnel, das; uff = auf; Uf'n, Uhm = Ofen; urndlich = ordentlich;Urtscht = Ortscheit, Wasserwaage; ursch'ln = w�sten; verursch'ln = verschwenden; Ustern = Ostern; v�l = viel; mieh = mehr; verbudden = verboten, ach Gutt hende, ich hab's n schun e barmol verbudden; vergablch = albern, er macht e ganz vergablches Gesichte, e vergablchr Mensch; verkahrt = verkehrt; verkeefen = verkaufen; vermittge = vormittags; verrecken = verenden; Viech = Vieh; vielig, villig: das villige Geld, d.h. viele M�nzen, gleichviel welcher Sorte; Vierbeen = eine in Kellern h�ufig vorkommende kleine Eidechse; Vulch = Volk, sulchn Vulche glickts; W�lze = Walze, w�lzen = walzen; wamsen = viel und hastig essen; Wand Mz. W�nne; W�ner, Wahner = Wagner, Stellmacher; Wanst = Leib, Magen, Bauch des Tieres; W�nster = Kinder; W�rt = Wirt; wasse? = was?; watsch'ln = wacklig gehen; Weibsen = Weib, Frau; weilt = weil; derweilt = einstweilen; weise wer'n = bemerken, er is �s weise worn; Weiz = Weiditz (Ort); ich wellte, wenn ich k�nnte; Welt: komm' zr Welt, mach Faxen (Redensart im Kartenspiel, wenn einer ausspielen soll); Werkscht = Werkstatt oder Teil davon, z.B. Hobelbank; Wetzkitze = Wetzsteinbeh�lter; Weuhn, Wahn = Wagen, Mz. W�ne; Wiede = gelbe Weidenrute zum Binden und Flechten; Die Wieder = Wiederau (Ort); Winge = Winde; wink = wenig, e wink, zu wink; wolenk, wo, auf welcher Ecke, wolent hin = wohin; worn = worden; Z�bsch, Zabsch = Zschauitz (Ort); Z�hs = Ceesewitz (Ort); Zaster = Geld; Za�bls = Za�nitz (Ort); zengst = entlang, zengst n Dinge hen; zerlext: das Fa� ist �zerlext" von Nordhochdeutsch �Leck" = Loch; Zettertz = Zetteritz (Ort); Zettlz, Zettls = Zettlitz (Ort); zick! = ziehe!; Zicke = Zehn; Raus mit der Zicke uffn Deichdamm! (Redensart im Kartenspiel, wenn einer eine �Zehn" haben will); Zillns = Z�llnitz (Ort); Zinne = Zehe; Zopplsch'n = Zschoppelshain (Ort); Zschaags = Zschaagwitz (Ort); Zschobe = Zschopau; Zuck = Zug; z�nftg = z�nftig, eine �z�nftige Ohrfeige" , d.h. eine zunftgem��e, wie sie der Zunftmeister dem Lehrjungen zu verabfolgen pflegte; zutschen = saugen; Zwarn = Zwirn; Zweikerschn = Schweikershain (Ort);


Das beliebteste s�chsische Wort des Jahres 2011 ist "Katschn" f�r lautstarkes Kauen oder Schmatzen. Auf einer Gala im Dresdner Schauspielhaus wurde am Sonntag (2.10.) zudem "bomforzion�s" als Synonym f�r pomp�s zum sch�nstes s�chsischen Wort des Jahres gek�rt. Zum bedrohtesten s�chsischen Wort w�hlte die Jury aus Kabarettisten und Journalisten "Haderlump". Damit wird ein Taugenichts bezeichnet, der noch dazu in zerschlissener Kleidung unterwegs ist.

2010:
* B�bbeln - Kicken f�r Anf�nger
* Hornzsche - alte Rumpelkammer
* Dschidschoriengrien - ein besonders markanter Gr�nton, der manchmal die Augen schmerzen l�sst

2009:
* Asch - eine Aufwaschsch�ssel oder eine gr��ere, ovale Waschsch�ssel
* F�rdsch - fertig, aus und abgeschlossen
* Fischelant - clever und erfindungsreich. Fischelante Sachsen machen auch jeder Situation das beste.

Rettet uns den Goglmosch
Die Wahl zum s�chsischen Wort des Jahres 2008
Die SZ gemeinsam mit MDR 1 Radio Sachsen und der TU Dresden
 

Das sch�nste Wort ist "Muddln" (nicht recht vorankommen in einer T�tigkeit)

Das beliebteste Wort ist "Nu" (ja,na klar) Das "Nu" ist in unserem Ort eher selten.

Das am meisten bedrohteste Wort ist "Lawede" (instabil, wackelig)

 

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