Das Huhn von Crossen -Geschichte 2

Menü:  Zu Hause I Vereine I Vergangenes I Neues I Gemeinde I Fotos I Geschichte I Geschichte1 I Geschichte2 I Geschichte3 I Geschichte4 I FFw I KontaktGalerie3 I Fürstenzug I Neue Seite I Gästebuch I Unwörter

Allgemeines unserer Umgebung

Wenn wir die Geschichte unserer Heimat kennen lernen wollen, möchten wir am Anfange beginnen, bei der Gründung unseres Heimatortes. Bei dem hohen Alter der Siedlungen unseres Vaterlandes ist leider der Anfang schwer zu finden, da geschichtliche überlieferte Nachrichten davon nicht vorhanden sind. Und doch müssen in jener Zeit, aus der uns keinerlei schriftliche Nachrichten vorliegen, auch schon Menschen in unserer Heimat gewohnt und gelebt, gelitten und gestritten haben. So manches verlorene und in unserer Zeit wiedergefundene Steinbeil, so mancher zufällig entdeckter Grabfund aus grauer Vorzeit gab dem denkenden Menschengeiste die Ueberzeugung, daß all diese Dinge von Menschenhand verfertigt sein mußten, findet man daran ja häufig genug Finger- und Nagelabdrücke. Die Wissenschaft hat nun die ganze Zeit, in der nachweislich Menschen gelebt haben, aus der uns aber keinerlei schriftliche Nachrichten vorliegen, die vorgeschichtliche Zeit genannt. Ihr ältester Abschnitt ist die Steinzeit, in der sich der Mensch seine notwendigsten schneidenden und stechenden Werkzeuge und Gebrauchsgegenstände, später auch Schmuck- und Kultgegenstände, roh aus Stein
hergestellte, indem er durch Zerschlagen harter Steine (Feuerstein, Hornblend, Gr�nstein, Jaspis usw.)
ohne zu schleifen diesen die Form eines Beiles, Schabers (zum Abziehen der Häute erlegter Tiere) Hammers, Meißels, Messers, einer Pfeilspitze usw. gab. In der jüngsten Steinzeit schliff er die Sachen und formte sich aus erdiger Masse selbst Gefäße. In der Bronzezeit steht der Mensch bereits auf einer höheren Kulturstufe. Er bereitet Gebrauchsgegenstände aus Bronze. Man nimmt das 8. Jahrhundert v. Chr. Geb. als Anfang der Bronzezeit an. Im 3. Jahrh. v. Chr. Beginnt das Eisen die Bronze zu verdrängen. Die nun beginnende Periode wird die Eisenzeit genannt. Mit der Kolonisierung Germaniens durch die Römer setzten die ersten geschichtlichen Nachrichten über unser weiteres Vaterland ein. Unser engeres Vaterland Sachsen treffen sie aber nur wenig und dunkel, unsere eng begrenzte Heimat natürlich gar nicht. Die Völkerwanderung brachte die einheimischen Stämme in Fluß, und bis um 600 n. Chr. waren im heutigen Sachsen die Wenden eingewandert. Die erste brauchbare Nachricht über unser engeres Vaterland ist die von der Besetzung des Wendenlandes bis zur Elbe durch Kaiser Heinrich I. zu Anfang des 10. Jahrhunderts. Ein Teil unserer heimatlichen Siedlungen hat slawische Namen und man hat den Slawen deshalb wohl auch die Anlage dieser Siedlungen zugeschrieben, wenn nicht zufällige Erd- besonders Grabfunde aus vorgeschichtlicher Zeit ein höheres Alter verbürgten. Auch von der Aufteilung des Flurgebietes und der Anlage des Ortes will man Schlüsse auf die Gründung, bzw. früheste Besiedlung des Ortes ziehen. Derartige Tatsachen mögen beweisen, das Wenden oder Deutsche an dem betreffenden Orte gewohnt haben, nicht aber, ob die Gegend schon vorher besiedelt war oder nicht. Zufällige Erd- und Grabfunde bei Brunnengrabungen, Hausbauten usw. sind im Gebiet unserer engeren Heimat noch nicht gemacht worden, aber wenn man zufällig nichts findet, so ist das noch kein Beweis dafür, daß überhaupt nichts zu finden ist, und wir müssen wohl weit von der Vorgeschichte die Geschichte unserer Heimat beginnen, hätte man nicht durch planmäßige Forschung bescheidene Ergebnisse über die Vorgeschichte erlangt. Die Ergebnisse sind im Folgenden unter der Überschrift „Flurfunde" niedergelegt. Mögen die Ergebnisse noch so bescheiden sein, sie beweisen, daß auch Orte mit deutschen Namen und Waldhufen von Sorben besiedelt waren und daß auch der Mensch der Steinzeit bereits in unserer Gegend gehaust hat. Die Anregung zu planmäßiger Erforschung des Heimatgebietes verdanke ich Herrn Prof. Dr. Clemens Pfau, Rochlitz. Über die Art und Weise derselben kann ich mich hier nicht weiter verbreiten. Meinen Schülern, die daran teilgenommen haben, ist sie bekannt. Im übrigen verweise ich auf die Anleitung des Herrn Prof. Dr. Pfau. Da für eine planmäßige prähistorische Forschung Flurnamen und Flursagen von Wichtigkeit sind, wurden die bisher gesammelten den „Flurfunden" vorangestellt. Leider ist die Beigabe von Flurkarten mit zu hohen Kosten verbunden und mußte deshalb unterbleiben. Hoffentlich sind die begonnenen Flurnamen-, Flursagen-und Flurfundsammlungen aus den Kreisen der Leser noch manche dankenswerte Bereicherung. Erwähnt mag nur noch sein, daß Flurfunde ohne Angabe des Fundortes (Flurname) meist so gut wie wertlos sind. Möchten recht viele Kollegen ähnliche Forschungen in ihren Schulbezirken veranstalten zu ihrer und ihrer Schüler Freude. Herrn Prof. Dr. Pfau sei für die gegebene Anregung an dieser Stelle herzlich gedankt.

Die Frondienste.

Das Abhängigkeitsverhältnis der Landbewohner vom Grundherrn hatte ursprünglich eine rechtliche Grundlage und entsprach insofern dem Gefühl der Billigkeit, als die ursprünglich nötige Schutzleistung des Gutsherrn eine entsprechende Gegenleistung erforderte. Diese konnte nur bestehen in Geld, Naturalien oder in einer entsprechender Arbeitsleistung. Hatte der Grundherr seine Untertanen auch Grund und Boden unentgeltlich überlassen, erscheint es auch billig, wenn er beides forderte. Das Verhältnis änderte sich aber im Laufe der Zeit. Der Schutz wurde entbehrlich oder erwies sich im Ernstfalle als unvollkommen, das Besitztum war, wenn überhaupt frei veräußerlich, verkauft, und die Ansprüche des Gutsherrn schienen ungerechtfertigt zu sein. Die Größe der Gegenleistung richtete sich nach der Größe des ursprünglich erhaltenen Landes, und es ist durchaus billig, daß der Hufner mehr Abgaben und Dienstleistungen übernehmen musste, als der Gärtner und Häusler. Durch Veräußerung einzelner Grundstücksteile verschob sich ferner das Verhältnis häufig zu Ungunsten des Verkäufers, und was ehemals recht und billig war, empfand man später als Last und Ungerechtigkeit. Dem Mannlehngute Gepülzig waren die Bauern (Huffener), Gärtner und Häusler zu Naundorf und „Gräbschütz" zins-und dienstpflichtig. Das Erbregister von 1590 erwähnt daneben noch „die 5 kleinen Häuselein im Mühldörfell", das heutige Gepülzig. Der Zins, bestehend in Geldgefällen, Getreide, alten Hühnern, Christbrot, Eiern, Käse (später Milch) und Flachs wurde zu Martini, Michaele, Walpurge und Weihnachten eingefordert. Ein Blick in das alte Zinsregister lehrt aber, daß der Erbherr oft auch Nachsicht übte und an Stelle des „Detit" (bezahlt) eine Null setzte. Die Dienstpflicht umfasste alle unentgeltlich zu verrichtenden Frondiensten, die allerdings oft mit großer Härte gefordert wurde. Bei den Frondiensten unterschied man Pferde- und Handfrondienste. Die Pferde-Frondienste hatten die Bauern als Besitzer von Spannvieh zu verrichten. Sie umfasste die Feldbestellung, das Einführen der Ernte, Markt- und Baufuhren, Koch- und Schäferholungen. Auf dem Gerichtstage 1589 gaben (nach dem Sonntagsboten für Sachsen) die Obercroßner an, daß „Sie zum guth Schweikershain zu fronen schuldigk iherlich, nemblichen zehen tage mit den Pferden, als acht Tage uf dem Acker, mit einer egken, Jeder mit zwey Pferden, Zwehen tage mit dem wagen, Spannen Ihrer Zwehne Zusamen, wozu man die gebrauchet." Die Handfrone, die hauptsächlich von Gärtnern und Häuslern zu verrichten war, bestand in Nachraffen, Getreiderechen und „-lüften", Flachsbeschicken usw. bis herab zur niedrigen Hofarbeit, Mitarbeit oder „alles, was man sie heyßt bey des Herrn Kost." Von Obercrossen heißt es: Funff tage Jeder Iherlichen mit der Handt seindt sei zu frönen schuldigk, wozu die zu gebrauchen." Die „Butterberger", deren „heusergen uf dem Rittergute gelegen" müssen 1589 der Herrschaft 6 Handtage jährlich frönen. Je nach Wunsch des Erbherrn mußten halbe oder ganze Tage, gefront werden. Die Arbeit dauerte an halben Tagen ohne Unterbrechung von Sonnenaufgang bis 12 Uhr, an ganzen Tagen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. 1688 wurde eine Stunde Mittag zugebilligt. 1725 bezahlt der Erbherr, „wofern er auch einen Treiber dazu verlangt, demselben jedesmal 6 Pfennige." Geschirre, Wagen, Acker- und Handgeräte, selbst die Säcke zum Abtragen des Getreides, mußten die Erbuntertanen selbst mitbringen, und nur bei Bauarbeiten gab der Erbherr Radebergen und Steinböcke. Nach dem Erbregistern von 1590 (Gepülziger Rittergutarchiv) wurde nur vor und nach der Arbeit Speise verabreicht. Im Kapitel „Markt- und Baufuhren" heißt es: „ Die Pauren zu Naundorff und Grebschitz müssen das Getreydicht uf drey meilen zu Markte fahren, item die Baufuhren zum Rittergute leisten. Darüber gibt man ihnen 4 gerichte, eine Suppe, zwei Zugemüse, ein stück Fleisch oder Fleischeswerth (Eierkuchen) eine kanne Bier oder zwo darzu. (Unter Bier ist hier Kofent zu verstehen.). Das Erbregister von 1688 (Gep. Ritterg. Archiv) besagt : Dorauf bekommen sie zur Speisung eine Mährte, zwey Zugemüse, ein Gericht Fleisch oder Fleicheswerth, item Käse, Butter und Brodt und ein jeglicher eine Kanne Bier. Die Speisung hatte sich also erheblich gebessert, wenigstens auf dem Papiere. Aus einer Beschwerdeschrift der Bauern von 1725 geht hervor, dass sie statt Biermährte oder solcher von gutem Konfent nur Wassermährte erhielten. Auch Fleisch von kranken Schafen zu essen, wurde ihnen angeblich zugemutet. Die Dienste der Untertanen wurden besonders im Sommer gefordert. Die Feldbestellung die Ernte (Heu-, Getreide-, Grumternte) und die dabei zu verrichtenden Tätigkeiten (Mähen, Lüfften, Dörren, Panseln,Köchen usw.), das Kraut-und Flachsbeschicken (Rauffen, Riffeln, Binden, Bereiten, Stauchen, Brechen) erforderte oft mehr Frondienste als zu leisten waren. Das Mehr mußte aber gleichwohl verrichtet werden, wurde aber bezahlt. 1688 bekamen die Mädher, die länger frondeten außer der peisung pro tag 2 Groschen. Die Winterarbeit umfasste das Dreschen, Reißholzlesen und Holzen. Jeder Erbuntertan mußte jährlich 3 Tage holzen und 1,5 Schock Gebunde hacken. Von den Häuslern hatte jeder jährlich 5 Tage „alles was man sie heyßt zu verrichten, ein jeder ein Stück garn um zwei Groschen zu spinnen und 7 Schock Getreidicht unentgeldlich auszudreschen." Vom 8. Schock an gab es Schocklohn. „Dagegen sind sie schuldig, alles dahin zu bringen, wohin man es haben will." Schafscheren, Baufrone und Mistarbeit mußte je nach Bedürfnis verrichtet werden. Von jedem Untertanen aber gilt: „ Muß mit uf die jagt gehen, Sommers und Winters, wenn mans ihm heyßt. Item muß uf Fluren die Schaftrift leyden." Nur wer gebrechlich oder älter als 60 Jahre war, wurde mit Frondiensten verschont. Alles, was im Erbregister nicht aufgeführt war, sollte auch nicht geleistet werden. Das Wachstum der Bevölkerung und die dadurch nötig werdende Rodung, ferner die Einführung der Kartoffel machten aber auch andere Arbeiten nötig. Die Steigerung der Ansprüche des Grundherrn führte zu Unerträglichkeiten. Um 1700 beschweren sich deshalb die Erbuntertanen über die neue Arbeit des Stöckerodens und 1831 über die bis dahin nicht geleisteten Arbeiten des Erdäpfellegens und die Arbeiten in den herrschaftlichen Lust- und Grätzegärten, die vertragsgemäß von ihnen verlangt werden konnten. Als 1722 der damalige Erbherr an der Straße in Gepülzig 5 Häuser auf Kauf baute, wollten die Untertanen von der Baufrone nichts wissen, und als sie sich auf dem Vorwerk in Naundorf Pflaumen zu schütteln weigerte, wurden sie ungehört eingesteckt. Kinder mußten der Herrschaft ein Jahr ums andere zu Zwange dienen. Wollte ein Kind ein Handwerk erlernen, wurde also eine Arbeitskraft dem Grundherrn entzogen, so mußten für ein Hof- oder Schutzjahr 12-15 Taler bezahlt werden. Das Rochlitzer Amt bürdete den ohnehin schon geplagten Dorfbewohnern auch noch den Marktzwang auf, nach dem sie am Pfingstmarkte in Rochlitz erscheinen und zehren mußten. Erst nach den Freiheitskriegen kam das Fronwesen zur Ablösung. Die Spuren des Verfalls zeigen sich aber bereits seit der Reformation. Die Frondiener verrichteten ihre Arbeit nur halb oder gar nicht. Wenn der Vogt kam, ruhten die Mähder im Schatten, und wenn er sie zur Rede setzte, entgegneten sie, daß sie wohl das Mähen, nicht aber das Wetzen mit über hätten und er möchte ihnen doch mal die Sense wetzen. Unter diesen Verhältnissen verzichteten die Rittergutsherrn gern auf die Frondienste. Sie wurden in den nächsten Jahrzehnten nach den Freiheitskriegen abgelöst und in eine an den Staat zahlbare Grundrente umgewandelt, wahrend die Grundherren aus der Staatskasse entschädigt wurden.

Das Handwerk

Daß das Handwerk, wenigstens das Dorfhandwerk, immer einen goldenen Boden gehabt hätte, wird schwerlich jemand behaupten können. Der Bäcker wurde nicht gebraucht, denn jeder buk bis weit ins 19. Jahrhundert hinein sein Brot selber. Stellenweise und zeitweise selber. Vielfach hat sich wenigstens noch der meist angebaute Backofen erhalten. Der Fleischer wurde weit weniger gebraucht als heute, denn man war das häufige Fleischessen unserer Tage nicht gewöhnt. Wurde er gebraucht, dann gab ein nichtzünftiger Schlächter den Fleischer ab. Den Schuster konnte man auch recht gut entbehren, denn den größten Teil des Jahres ging man barfuß. Für den Winter und für festliche Gelegenheiten hatte man den Jahrmarkt in der Stadt oder den zünftigen Stadtschuster. Schneider und Weber wurden von den städtischen Zunftmeistern auf dem Dorfe nur in geringer Zahl gelitten, Zeugweber werden erst im 18. Jahrhundert erwähnt. Vorher mußte man den Stoff beim städtischen Tuchmacher kaufen. Leinweber verarbeiteten den häufig angebauten auf dem Spinnrade gesponnen Flachs, wurden aber auch nur in bestimmter Zahl gelitten und durften nicht „auf Kauf" in anderen Dörfern arbeiten. „Huff" oder zu Kriegszeiten auch „Waffenschmiede" gab es wohl fast in jedem Dorf, d.h. seit das Beschlagen von Pferden gebräuchlich wurde. Sie und die Bauhandwerker gehören nicht zu den zünftigen Handwerkern. Aber auch ohnedies hat ja der Schmied mancherlei zu tun. Wahrscheinlich ist aber dieser Handwerkszweig auf dem Dorfe erst ziemlich spät selbstständig geworden und muß also ziemlich lange als Hauswerk betrieben worden sein. Bei Schmieden ist mir auch kaum einmal die Bezeichnung „Meister" begegnet. Als ältester Handwerks- bzw. Gewerbetreibender auf dem Dorfe kann der Müller gelten, denn er war außerordentlich wichtig, erhielt wohl deshalb auch weitgehende Wasserprivilegien und arbeitete als Meister, sei es als Erb- oder Pachtmüller, stets mit mehreren Gesellen oder Knappen. Daneben war der Schafmeister eine wichtige und sogar angesehene Persönlichkeit, die ich hier mit zu den Handwerkern zähle, da der Beruf des Schafmeisters handwerksmäßig mit der Ausübung der Tierheilkunde verbunden war. Auch er arbeitete, wie nach der hohen Bedeutung, die die Schafzucht früher hatte, zu erwarten ist, mit mehreren Schafknechten. Er ist nicht mit dem gewöhnlichen Gemeindehirten („Hutman" in Sachsendorf) zu verwechseln, dem lediglich das Abholen, Hüten und Eintreiben der Haustiere oblag. Unter den mittelalterlichen Handwerkerstand ist endlich auch der Schulmeister zu rechnen, der in größeren Orten auch mit Schulgesellen arbeitete. Im 18. Jahrhundert traten auch Töpfermeister, Zeugweber und Schuster bei uns auf. Maurer, Zimmerleute und Böttcher, überhaupt alle Bauhandwerker, hatten keinen Zunftzwang und wohnten von jeher in den Dörfern. Sie waren Frondiener (Baufrone). Ich habe außer den hier nicht zu nennenden Schulmeistern und Müllern und den Schafmeistern, Schneidern und Leinwebern im ältesten Kirchenbuch von Großmilkau, das 1652 beginnt, erwähnt gefunden:
1674 Johann Michael Schmid, Häusler, Hufschmied auf dem Graben
1673 Meister Martin Walter, Richter und Hufschmied zu Kleinmilkau
1701 Hans Schneider, der Schmied zu Kleinmilkau
1757 Johann Gottfried Brand, Huff- und Waffenschmied zu Kleinmilkau
1760 Johann Friedrich Heine, Häusler und Töpfer in Neumilkau
1742 Meister Johann Gottfried Hintzsch (?) Zeug- und Leinweber auch Erbschenke und Richter in Kleinmilkau.
Es ist heute noch eine auffallende Erscheinung, daß der Handwerkerstand zum größten Teile in den Städten seßhaft ist, während es auf dem Lande verhältnismäßig wenig Handwerker gibt. Wohl mag seit dem Bestehen der Freizügigkeit mancher städtische Handwerker unter dem Drucke der Konkurrenz sein Glück auf dem Lande versucht haben, jedoch meist ohne Erfolg. Der Durchschnitt der Landbevölkerung kauft heute noch mit Vorliebe Produkte des Handwerkerstandes in der Stadt und besitzt gegen die auf das Land ausgewanderten Handwerker dasselbe alte Vorurteil, das er mit Recht gegen den alten eingesessenen Dorfhandwerker hatte. Der eigentliche Dorfhandwerker ist heute eine historische Persönlichkeit, die längst verschwunden ist, aber das Vorurteil gegen ihn hat sich auf seinen Nachfolger übertragen und ist heute nur insofern gerechtfertigt, als der heutige Dorfhandwerker oft nicht ein so großes Lager halten kann als der städtische Handwerker. Dieses Vorurteil hat seinen Ursprung in dem Wesen des Dorfhandwerkerstandes zur Zeit des städtischen Zunftwesens. Das alte Dorfhandwerk wurde teils durch die Gutsherren, größtenteils aber durch die städtischen Zünfte dermaßen eingeschränkt und in seiner Entwicklung behindert, daß es notwendig eingehen mußte. Im „Grimmischen Vortragk" wurde auf ergangene Beschwerde der Rittergutsherren Moritz Milkaw zu Groß Milkaw, Hieronymus Milkaw zu Klein Milkaw, Joachim Milkaw zu Biltzig und Hans Carlwitz zu Croßen verordnet:Weil wir denn aus allerseits bericht befunden, das zu Groß Milkaw von Alters und über verwehrte Zeit, kein Schneider gehalten worden, so soll auch daßelbe abgeschafft werden, und forthin nicht geduldet werden. Aber ein Leinweber mag in bewertem Dorfe wohl sitzen, und das Handwergk treiben, desgleichen würde auch ein Kirchner ein Leineweber seyn, so soll ihm solch Handwerk zu treiben auch nachgelassen werden. Weil aber im Dorfe klein Milkaw solche Handwerke eine lange Zeit getrieben, und der Rochlitzer Handwergen selbigen Bekantnüß nach bey Menschengedenken Schneider und Leinweber gehalten wurden, haben wir es mit der Parth wißen und Bewilligung dahin gemittelt, das forthin in Klein Milkaw zwey Schneider und ein oder auch, darüber ein Müller in Dorff der izige oder der zu Künftige ein Leinweber seyn würde, darinnen gelitten werden, und das Handwerg treiben mögen. Die Bestimmung über die Zahl der Handwerker erfolgt hier auf ergangene Beschwerde der Rittergutsherren sicher nicht, weil sie auf der Seite der zünftige Handwerker standen, sondern daru, weil eine zu große Handwerkerzahl die Zahl der Frondiener beeinträchtigte. Zwar mußten die Dorfhandwerker, weil sie keine Handfrondienste taten, einen ziemlich hohen Handwerkerzins zahlen und außerdem in ihrem Berufe unentgeltlich Arbeiten für den Erbherrn verrichten, aber die Spann- und Handfrondienste schienen von diesen höheren bewertet zu werden. Der Vertrag nimmt aber auch Rücksicht auf die städtischen Zunfthandwerkern in Umfang und Ausdehnung ihres Handwerks Grenzen. „Es sollen aber benannte zween Schneider, und ein Leinweber sambt den Müller, so derselbe auch einer sein würde, allein in bewärten Dorffe und denn nicht ferner denn gegen Groß Milkaw uns Lohn zu arbeiten, macht haben, deßgleichen weil in Dorffe Naundorff und Schoppelshain vor Alters auch Schneider und Leineweber gesaßen, sollen fortan in beyden Dörffern zwey Schneider und zwey Leinweber, und also in jeglichen ein Schneider und ein Leinweber geduldet, und das Handwerg zu treiben, gelitten werden." Sie sollen aber nur in ihren Dörfern „umbs Lohn zu arbeiten macht haben, aber außerhalb deßelbigen, sollen sie an keinen ortn in Cirken des Meilwegs umb Rochlitz auf Lohhn oder sonst von den Leuten mit nichten holen noch annehmen, so sollen auch die Leinweber allein umbs Lohn arbeiten, aber Leinwand auf den Kauff zu machen sich gänzlichen enthalten." Aehnliche Bestimmungen gibt auch der Vertrag für die Weckselburgk und für Nawenhain. So befand sich der Dorfhandwerker in einer schlimmen Lage. Gutsherr und Zünfte beschränkten seine Tätigkeit. Natürlich mußte er auch seinen Leistungen gegenüber dem Zunfthandwerker zurückbleiben und die Mehrzahl der Landbewohner kaufte aus diesem Grunde die Handwerksprodukte in der Stadt. Wenn nun auch noch bezüglich der Ausübung des Handwerks dem Dorfhandwerker seitens der Innungen Grenzen gesetzt wurden, so mußte das allmählich den Ruin desselben bedeuten. Auch darüber erläßt der „Grimmische Vortragk" Verordnung. „ Es dürffen aber berührte Handwergen die Innungen mit den Handwergen in der Stadt nicht gewinnen, oder haben und ist ihnen mit einen gesellen oder Jungen das Handwergk zu treiben nachgelaßen, aber Lehrjungen zu setzen ist ihnen gäntzlich abgeschnitten. Doch mag ein jeder Vater seinen Sohn das Handwerck unterweißen, aber desto weniger soll er dasselbe Handwerk in einer Stadt suchen, und zu gewinnen schuldig seyn." Wenn also der Dorfhandwerker Gesellen hatte, dann waren das in den meisten Fällen seine eigenen Söhne. Das Dorfhandwerk konnte überhaupt nur vom Vater auf den Sohn übergehen. Mehrere Söhne konnten schwerlich das Handwerk lernen, weil nur eine bestimmte Zahl im Orte geduldet wurde. Es hätte denn der zweite Sohn der Geselle des ersten werden müssen. Je mehr das Handwerk in den Städten aufblühte, desto mehr mußte naturgemäß der Dorfhandwerkerstand verkümmern, und heute leben wir in der Zeit, in der wir geneigt sind, den Handwerker auf dem Dorfe mit dem ursprünglichen Dorfhandwerker zu verwechseln, der überhaupt nicht mehr existiert, weil er im Kampf ums Dasein unterliegen mußte, da ihm die Fähigkeit sich zu entwickeln, nahezu gänzlich abgeschnitten war.
 
  Kriegsteilnehmer 1914-1918
Auf dem Ehrenmal unterm Eisernen Kreuz steht " SIE STARBEN ALS HELDEN 1914-1918 "

 

Uttfr.d.L.  Eugen Richter
Sold. Kurt Graupner
Sold. Georg Goldammer
Sold. Hugo M�ller
Sold. Georg Katzschmann
Sold. Max Teucher
Sold. Guido Vollert
Sold. Walter Friedemann
Sold. Arno Poch
Ers.Res. Martin Eichler
Uttfr. Arthur Pappritz
Ldslm. Magnus Stockmann
Sold. Paul M�ller
Ltn. Hansjoachim v. Arnim
Gefr.d. L. Max Heinze
Sold. Rudolf Martin
Sold. Otto Nitzsche
Ldslm. Martin K�tteritz
Sold. Paul Katscher
Vzfw. Kurt Ober
Ltn. Alfred Naumann
Sold. Paul Seifert
Sold. Max Wehner
Gefr. Kurt Gasch
Utffr. Arno Gottlebe
Ldslm. Walter M�ller
Sold. Henry Otto

 

� 1915 im Lazarett Chatel, Frankreich
� 1915 b.l Extnelle? Frankreich ?
� 14.06.1915 b. Givenchy, Frankreich
� 1915 vor Ypern, Belgien
� 12.08.1915 b. Hoog, Belgien oder Niederlande?
� 1915 b. Wolkuschek, Russland
� 25.09.1915 b. Lille, Frankreich
� 10.10.1915  St�tzp. Hiller
� 25.10.1915 b. Tahure, Frankreich
� 06.01.1916 b. Guillemont, Frankreich
� 14.07.1916 verm. b. Guillemont, Frankreich
� 19.07.1916 b. Guillemont, Frankreich
� 15.08.1916 Laz. Fleville, Frankreich
� 28.08.1916 b. Le Transloy, Frankreich
� 21.10.1916 b. Warlencourt, Frankreich
� 04.11.1916  a.d. Somme, Frankreich
� 03.06.1917 i. Comines, Frankreich/Belgien
� 16.08.1917 i. Laz. Focani, Rum�nien ?
� 01.09.1917 b. Jveski, Russland?
� 02.09.1917 b. Kowel, Ukraine
� 26.10.1917 b. Geluvelj
� 15.01.1918 Laz. Longuyon, Frankreich
� 17.04.1918 i. Chemnitz
� 18.04.1918 b. Bapaume, Frankreich
� 18.04.1918 Laz. Harbonnieres, Frankreich
� 21.04.1918 Bailleuf, Frankreich
� 30.07.1918 b. Vaux, Frankreich

 

 

Kriegsheimkehrer
Ahner Max, Bahrmann Walter
Bemmann Richard, Bemmann B., Bemmann M., Damm Moritz
Fritzsching K., Fritzsching Georg
Friedemann Erwin, Friedemann K.
Günzel Kurt, Gottlebe Richard
Henning Ernst, Hartwig Kurt,
Hartwig Walter, Hingst Max, Jahn Martin
Klinger Walter, Klinger Georg, Klinger Kurt, Köhler Otto
Kürth Max, Kamprad Otto, Lindner Alfred
Meißner Kurt, Meißner Oswald, Meißner Arthur,
Merkel Arno, Möbius Alfred, Müller Martin
Polster Rudolf, Polster Walter, Riesner Max
Stockmann Kurt, Stockmann Otto, Stockmann Arno,
Stolze Karl, Six Mich., Schulz Heinrich
Schuricht Kurt, Schumann Hugo
Teichmann P., Teichmann Richard, Teichmann Arno
Vogel Arthur, Vogel Martin
Weinrich Willy, Zschokelt Arthur

Unter der Namensliste am Ehrenmal steht Ev. Joh. 15.13
(Wenn man im Evangelium des Johannes nachschl�gt findet man im  Kapitel 15 Vers 13.
"Niemand hat gr��ere Liebe denn die, da� er sein Leben l��t f�r seine Freunde."
)

 

Kriegsteilnehmer 1939-1945

Gefallene und vermisste Crossener

Teichmann Rudolf, Teichmann Johannes, Morgenstern Erwin, Weinrich Kurt, Weinrich Hellfried, Gro�e Herbert, Gro�e Heinz, Lungwitz Gerhard, M�ller Johannes, Vogel Werner, Vogel Herbert, Vogel Arno, Riesner Kurt, Fuhrmann Walter, Wolf Alfred, Fritsching Hans, Schr�der Otto, Stolze Kurt, Lippmann Gerhard, Lippmann Rudi, Stockmann Kurt, Teupel Otto, Krey�ig Johannes, Heinze Erich, Neumeister Roland, Gattermann Christian, Kern Ewald, Pfefferkorn Kurt, Ebersbach Gerhard, Gabriel Otto, Finke Herrmann, P�tzsch Karl, P�tzsch Herbert, Krenkel Walter, Woltmann Albert, Schilling Erhardt, Heininger Alfons, P�ner Karl, Schlimper Alfred, Mehling (Vorname?)

   >> 40 Mann !!! <<

 

Seitenanfang

Dieses Foto von 1942/43 hat mich von Anfang an tief bewegt, es ist keine Fotomontage, vielleicht beim Entwickeln so entstanden.