Friedrich August III.
K�nig von Sachsen
geb.25.5.1865
gest.18.2.1932

 Das Huhn von Crossen - Geschichte 1

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Kirche Crossen

S�chsische Hymne (Text)
Die Deutschen Nationalhymnen (Text)

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Kurze Ortsgeschichte von Crossen bis ca. 1955

Unser Heimatdorf ist eine sogenannte Waldhufensiedlung. Während die nach Rochlitz zu gelegenen Rundlinge weit eher besiedelt waren, bedeckte unsere Gegend noch der bis in die Kammgebiete des Erzgebirges reichende Miriquidi-Wald unser Heimatgebiet. Nur meist den Bachläufen entlang, führten schlecht und recht befahrbare Pfade durch dieses Waldgebiet. Dieser Pfad unserem Dorfbach entlang, dürfte mit seinen vielen scheinbar sinnlosen Kurven, das älteste noch heute erhaltene Kulturdenkmal sein. Entlang diesem Pfad siedelten sich rechts und links in gewisser Entfernung im Walde die ersten Bewohner unseres Ortes an, um mit der Rodung des Waldes und der ackerbaulichen Nutzung des Bodens zu beginnen. Diese Rodung wurde nun von hier aus im Laufe der Jahrhunderte gegen die Ortsgrenzen zu vorrangetrieben. Aus diesem Grunde finden wir an den Flurgrenzen noch Reste mit Wald bebauten Bodens. Der Beginn dieser Besiedlung ist allerdings schwer nachzuweisen, da von einem Kulturleben bei diesen primitiven Leuten noch keine Rede sein konnte. Erst als im 8.Jahrhundert der Heidenapostel Wunifried(Bonifacius) aus dem heutigen England kam, um das Evangelium zu verbreiten, kamen seine Nachfolger auch in unsere Gegend zu den Sorben-Wenden, welche in der Rochlitzer Pflege hausten. Laut Heynes Rochlitzer Chronika, war besonders der Begleiter und Schüler des vorgenannten, Lüdiger, welchen manche Hugo, Grafen von Käfernberg nennen, derjenige, welcher in hiesiger Gegend wirkte. Dieser richtete in Seelitz eine Kirche mit Kanzel auf. Ebenso stellt er in dieser Kirche ein wundertätiges Marienbild auf. In der Folgezeit fanden nun Wallfahrten aus dem Gebiet zwischen den beiden Mulden und der Elbe nach Seelitz statt. Diese Wallfahrten waren mit den ersten Anfängen von Handel und Wandel verbunden. Ein Flurstück unweit der genannten Kirch, hat daher heute noch die Bezeichnung Jahrmarktsacker. Ebenso wurden zu der gleichen Zeit in Crossen und auch in Zschauitz für die Wallfahrer Betkapellen errichtet. Die Letztere ist wieder verschwunden, doch sollen zu unserer Väter Zeiten noch Leute gelebt haben, welche Mauerreste derselben gesehen haben. Ob die zuerst erbaute Kapelle in Crossen erhalten geblieben ist, ist mehr als fraglich. Der Ostteil unserer Kirche mit dem romanischen Rundbogen, ebenso ein vor der Kirche aufgestellter alter romanischer Taufstein dürften laut," Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler im Königreich Sachsen" der Zeit um 1270 entstammen. In die gleiche Zeit fällt die Tatsache, dass sich das Rittertum, die sogenannten Freien, die Herrschaft über Land und Leute (unfreie) anmaßten. Im folgenden ist das so zu verstehen, dass ein als Besitzer von Crossen genannter, als Herr und Besitzer des ganzen Ortes anzusehen ist und die Bewirtschafter eines Bauerngutes, dieses sozusagen nur zu Lehen vom Grundherren erhielten. Diese Rechtslage konnten sich die Freien auf Grund ihrer Waffengewalt anmaßen. Im Lehenbuche Friedrichs des Strengen um 1350 wird Gerhardus de Crossene als Besitzer von Crossen erwähnt. Dabei muß beachtet werden, dass Obercrossen bzw. Niedercrossen oft verschiedenen Herren zugehörten. So entstand Obercrossen meist unter Schweikershainer Gerichtsbarkeit. Allmählich entstand in Niedercrossen ein eigener Herrensitz und dies dürfte zunächst nur ein einfaches Bauernanwesen gewesen sein, welches rechts der ehemaligen Kastanienallee etwa 70 m von der Dorfstrasse entfernt gestanden hat. Ältere Einwohner werden sich noch der 2 Linden entsinnen, welche dort gestanden haben. Erst später wurde durch Aufsaugungsprozeß dieses Anwesen zu einem Rittergut erweitert, denn die lückenlose Besiedlung in der Anfangs erwähnter Form ist ohne weiteres nachweisbar. Durch welche Vorgänge dies möglich wurde ist nicht ohne weiteres festzustellen. Möglich, der Bauern, welche dem Herrn im Kriege dienten, nicht zurückkehrten, ohne Nachkommen blieben oder das auch deren Anwesen durch Kriegszüge zerstört wurde. Als erstes verfielen dieser Aufsaugung die vom Hof entfernte Teile der Grundstücke Hofmühle, Zschokelt, Jonies und Schmöller, ebenso ein Gesamtgrundstück, dessen Baulichkeiten auf dem unteren Teil des Schäferberges gestanden und wahrscheinlich einmal als Schäferei gedient hat. Wann diese Baulichkeiten zerstört wurden ist nicht nachzuweisen. Jedenfalls stößt man beim Ackern auf Mauerreste derselben und Brandspuren. Zur gleichen Zeit hatten sich bereits selbstständige Handwerker ausgebildet. So zählten zu denselben außer noch heute ausgeübten Berufen wie Schmied, Stellmacher, Schuhmacher, Schneider, Tischler, Zimmermeister, Maurer u.s.w., besonders noch die Leineweber, welche das in den Haushalten gesponnenes Flachsgarn zu Leinewand verarbeiteten, dann die Bleicher.
Das Brotbacken wurde von jedem Haushalt noch selbst ausgeübt. So besaß Crossen noch bis in die jüngere Zeit zwei wassergetriebene Mühlen, zwei Windmühlen, zwei Bleichen (jetzt Besitzer Kührt und Bretschneider), ein Brauhaus (jetzt Lippmann) und bis 1827 die Miehlsche Töpferei (im späteren Forsthaus). Einer Eintragung im Hauptstaatsarchiv Reg.v. 1378 zufolge gehören Crossen, Erlaw und Frankenaw zu den Zugehörungen des Schlosses Rochlitz. In nicht genau feststellbaren Zeiten wurde vom damaligen Bischof zu Meissen die Gegend von Rochlitz bis Waldheim an die zwei Herren v. Milkau übergeben, für ihm in einer Fehde mit ihren Knappen und Reisigen geleistete Dienste. Diese zwei v. Milkau waren von Ungarn nach Sachsen geflüchtet und ließen sich nun in dem kleinen Rittergut Großmilkau nieder, welches sich gegenüber dem Großmilkauer Gasthof befand. 1233 wird bereits Caesarius de Milcowe in der Stiftungsurkunde von Klostergeringswalde erwähnt. Dieselben sind zu gleicher Zeit auch als Besitzer von Crossen genannt. Auch eine Kirche war zur damaligen Zeit in Crossen vorhanden, ursprünglich jedenfalls als Filiale von Seelitz, denn noch vor etwa 50 Jahren hatte die Crossener Kirchgemeinde Pfarrer zu Seelitz nach altem Recht 19 Scheffel Korn als Dezem zu schütten. Dafür war der Seelitzer Pfarrer verpflichtet jährlich in der Adventszeit eine Predigt in Crossen zu Halten. Pfarrer Werner drückte sich in seiner Niederschrift für die Kirchengalerie Sachsens folgendermaßen aus, „Der Crossener Pastor bekommt und wenn er mit Menschen- und Engelszungen redete, für alle seine Fest-, Sonntags- und Wochenpredigten auch nicht mehr Dezem. So verschieden wird in der Welt Arbeit bezahlt". Diese Nachricht beweist die Abhängig der hiesigen Kirche bzw. Pfarrstelle von der Seelitzer. 1450-1455 spielten die Güter Kriebstein, Schweikershain mit Obercrossen, Ehrenberg und Hartha ihre Rolle im bekannten Prinzenraub durch Kunz v. Kaufungen, welcher diese Güter zur vorübergehenden Nutzung von Friedrich den Sanftmütigen für seine in Thüringen verlorenen Besitzungen erhalten hatte und dieselben nach Wiederinbesitznahme seiner Güter in Thüringen nicht wieder herausgeben wollte. Zur Zeit der Stiftung der hiesigen Pfarrei durch den Meißener Bischof Johannes VI aus dem Geschlecht derer von Sahlhausen am 23.Juni 1497 war Crossen Filiale von Großmilkau. Nähere Nachrichten über diesen Zeitraum wurden wahrscheinlich im Husittenkrieg vernichtet. Die kleinste Glocke, welche dem ersten Weltkrieg 1914-18 zum Opfer fiel, wurde 1489 gegossen und zeugte davon, dass bereits eine Kirche vorhanden war. Zweifellos grenzt es an Wahnsinn solch historische Werte einem Krieg zu opfern. Die ältesten Teile unserer Kirche (Ostteil mit romanischem Rundbogen) dürften der Zeit um 1270 entstammen, während das Hauptschiff mit dem Turm um 1500 erbaut sein könnte. Nähere Nachrichten hierüber sind nicht vorhanden. Da die hiesige Pfarrei auf Ansuchen Caspars v. Milkau auf Kleinmilkau gegründet wurde, steht die Kollatur (Verleihungsrecht) über die hiesige Pfarr- und Schulstelle denen v. Milkau zu und ruhte nicht auf dem Rittergut Großmilkau, sondern steht jedesmaligen Senior der Milkau-schen Familie zu, derselbe mag sich befinden wo es sei, im In- oder Auslande. Von dieser Zeit an hatte sich kein Mitglied der Milkau´schen Familie als Senior gemeldet, bis 1810
Job Adolf Friedrich v. M. auf Wildenhain sich als Collator geirrt und sein Recht am 28.8.1810 an den Domherrn zu Merseburg.Carl Christoph v. Arnim auf Crossen, Planitz, Großmilkau u.s.w. abtrat, jedoch ist nochmals dem unter 29. genannten Job Adolf Friedrich v. Milkau das von ihm in Anspruch genommene Collaturrecht von,
Friedrich Wilhelm Melchior v. Milkau Churfürstlicher Hessichen Obristen auf Wormstedt zu Weimar streitig gemacht, auch von Letzterem sothanes Collaturrecht bis zu seinem, am 4.6.1818 erfolgtem Tod, wirklich ausgeübt worden. Von der Zeit an aber dagegen, dass dem genannten Job Adolf Friedrich v. M. dieses Recht zustehe, von niemanden etwas eingewendet und deshalb an seiner Statt in Folge jener Cession gedachte Befugnis von den hinterlassenen Söhnen des am 23.2.1812 verstorbenen Domherrn Carl Christoph v. Arnim ausgeübt wird.
Heinrich Wolf v. Arnim Kgl. Sächs. Kammerherr auf Planitz, Ebelsbrunn, Rottmannsdorf und Irfersgrün, Hans Karl v. Arnim auf Kriebstein und Friedrich Henning v. Arnim auf Crossen und Großmilkau erst gemeinschaftlich, seit 1837 aber von letztgenannten allein exerziert worden, welcher die Collatur auch nach dem im Monat Mai 1838 erfolgten Tode Job Friedrichs v. Milkau und jener dadurch außer Wirksamkeit getretene Cession bis zu seinem am 21.1.1885 erfolgtem Tode vertritt, da sich kein Senior der v. Milkau´schen Familie wieder gemeldet hat. Seine Leiche war nebenbei bemerkt das erste Frachtgut, welches im neuerrichteten Frachtverkehr des Bahnhofs Schweikershain ausgeladen wurde.
In neuer Zeit üben dieses Recht in der Kirche das Landeskirchenamt und in der Schule das Kultusministerium aus. Der z. Z. der Gründung der Pfarrei 1497 genannte Kollatur Caspar v. Milkau war zu dieser Zeit Besitzer von Crossen, d.h. Niedercrossen. In der Folgezeit werden nun verschiedene Eigentümer von Crossen genannt.
1548 gehört Hyronimus v. Milkau auf Kleinmilkau teilweise Crossen.
1548 Herr Asmus von Bieberitzsch auf Krossa hat im Kriegsfalle dem Amte Rochlitz ein gerüstetes
Pferd zu stellen. (Rochlitzer Amtbücherei)
1554 erwähnt der grimmsche Vortrag Hans von Carlwitz von Crossen
1563/64 „uff der lenth hefen und Guthern so die vonn Karlowitz denen von Bieberitz aberkauft". (Quelle unbekannt)
1566 besitzt Wolf von Carlowitz zu Crossa einen Rittersitz, ein Vorwerg und eine Schafwiese.
1575 schlichten Hans von Maltitz auf Kolkau zugleich mit dem Amtsschösser zu Rochlitz die zwischen Wolf v. Carlowitz, Herrn v. Schweikershain, Obercrossen u.s.w. und dessen Untertanen wegen der Frondienste entstandene Streitigkeiten auf Befehl der Regierung. Die Erbgerichte gehören den Erben des von Miltitz zu Krossen aber auch Georg Wilhelm von B(G)erbisdorf zu Schweikershain und Georg Chritoff v. Milkau zu Kleinmilkau.
1578-1598 Ernst v. Miltitz, der nach Bernhardi 1582 von Hansen v. Maltitz auf Zetteritz 5 Bauern und 13 Häuser in Obercrossen gegen Bernsdorf vertauschte.
1611-1628 Hans von der Pfordte, nachmaliger Churf. Sächs. Wohlbestallter Kriegshauptmann, kaufte das eine Zeit lang verpachtete Gut von dessen Söhnen. Einer der Söhne Ulrich v. Miltitz hat im Januar 1645 in der Kirche seine letzte Ruhe gefunden, da er zur Erlangung der Grabstätte in seinem Testament 2 Schock ausgesetzt hatte. Der Friedrich Ernst v. Miltitz zur Heida, der 1648 von Sigismund v. Schleinitz erstochen worden ist, war wahrscheinlich der Bruder des Ebenerwähnten.
1636 tritt Hans Georg v. Taubenheim auf.
1658 schenkte Churf. Johann Georg der Petrigemeinde zu Rochlitz 1000 fl. Strafgelder, die Hans Georg v. Taubenheim zu Krossen wegen seines von ihm getöteten Bruders hatte zahlen müssen. (alte Kirchengalerie X. S. 195)
1656 wird Hans v. Grünrod auf Crossen im Großmilkauer Kirchenbuch als Pate erwähnt.
1659 wird ebenda Praezeptor Johannes Böhme bei denen von Grünrot zu Krossen erwähnt.
1678 Johann Georg von Poigk im Crossener Kirchenbuch als Gutsherr genannt. 1697 wurde eines seiner Kinder in dem unteren Turmgeschoß befindlichen Gewölbe begraben. Er hat in den Kirchenrechnungen von 1687-1695 als der Zeit Vice-Collatur unterschrieben und 1705 seinen Wohnsitz nach Ringetal verlegt. Von ihm erbte das Gut sein Neffe Hans Christoph v. Poigk, gest. am 5. Januar 1779 in einem Alter von 81 Jahren und begraben in der Frauenkirche zu Dresden. Nun fiel das Gut an Christoph Friedrich von Fleming, Generalleutnant der Infanterie. Am 31. Mai 1789 starb er nach kurzer Krankheit im 71. Lebensjahr und seine Witwe Erdmuthe Sophie geb. von Poigk starb am 10. November 1793.
1794 kaufte Carl Christoph v. Arnim, Erb-, Lehn- und Gerichtsherr auf Planitz usw. auch Domherr des Hochstifts zu Merseburg, das Gut und vergrößerte es 1801 durch Ankauf von Großmilkau, dessen Hof kurz zuvor abgebrannt war. Als er am 23. Februar 1812 im rüstigen Alter von nicht ganz 45 Jahren auf Schloss Planitz bei Zwickau heimgegangen war, wurde Crossen von den Erben gemeinschaftlich verwaltet, bis es 1826 der jüngste Sohn Friedrich Henning v. Arnim übernahm. Dieser verkaufte 1837 Großmilkau wieder an den Besitzer von Kleinmilkau (Rose) und siedelte 1865 nach Oberau über. Er starb 1885 im hohen Alter von über 80 und wurde in Crossen beigesetzt. Von ihm ist das Rittergut an seine Töchter, Marie Luise Reichsgräfin zu Lippe und Johanna Karoline von Carlowitz übergegangen. Nach dem Tod derselben wurde aus dem Gut, da keine männlichen Erben vorhanden waren, ein Stift für verarmte v. Arnim´s. Die Landwirtschaft wurde schon seit längerer Zeit von Pächtern betrieben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1946 der Boden des Rittergutes der Bodenreform zugeführt und mit Neubauernstellen besiedelt. Die bisherigen Gutgebäude wurden abgebrochen.
Das jetzige Pfarrhaus, welches auf dem als Pfarrlehen gestifteten 7/8 Hufengut steht, hat ein bedeutendes Alter. Seine Erbauung lässt sich aber nicht genau bestimmen. Die Einkünfte dieses Gutes sind für den Lebensunterhalt des jeweiligen Pfarrers bestimmt. Wie lange die Landwirtschaft vom Pfarrer in eigener Regie betrieben wurde, lässt sich ebenfalls nicht genau feststellen, jedenfalls war in späteren Zeiten ein Pächter vorhanden, denn ein im jetzigem Gartenland befindliches Pächterhaus wurde im Januar 1868 abgebrochen.
Gerichtssiegel Rittergut Niedercrossen
Familie von Flemming 3.Juli 1786
Die amtierenden Pfarrer waren folgende:
1.Als erster bekannter, noch katholischer Pfarrer wurde bei Errichtung der Crossener Pfarrei 1497 Jakob Hoym (Heine) von Bischof Johann von Meißen selbst erwählt. Da er nach Einführung der Reformation 1541 noch im Amte stand, hat er auch als erster evangelischer Pfarrer zu gelten. Im Jahre 1545 errichtete er sein Testament, in dem er sein für alle seine Nachfolger wohltätiges Legat stiftete und starb bald darauf . Sein Nachfolger wurde,
2.Kaspar Kern, gebbürtig aus Blankenstein.
3.Gregorius Ruppelt aus Rochlitz, seit 1573 Pfarrer in Crossen unterschrieb die Konkordienformel. Von seinen geistigen Qualitäten schien man zu seiner Zeit nicht sonderlich überzeugt zu sein, denn am Schluss einer über die hiesige Pfarrstelle verfassten Matrikel heißt es: Dieser Pfarrer ist jung, unfleißig und nichts sonderliches gelehrt befunden. 1593/95 wird in „Neues und Altes aus dem Zschopautale" Basilius Andrea genannt. Wie lange also Ruppelt amtiert hat ist nicht festzustellen, ebenso wenig ob die später erwähnten Vorgänge von 1850 mit seiner Familie oder der seines Vorgängers in Zusammenhang zu bringen sind.
4.Christophorus Newig aus Frohburg starb 1604.
5.Paul Graff, Sohn des Rochlitzer Rektors Christoph Graff, wird 1604 Pfarrer in Crossen und legte das erste Kirchenbuch an.
6.Andreas Oertel, geb. 1600 in Frohburg als Sohn des Pfarrers wird 1625 Pfarrer in Crossen
7.Zacharias Christokrates Faber, geb. 1606 zu Lindenau (Oberl.) als Sohn des Pfarrers. Pfingsten 1630 Pfarrer in Crossen. 1640 nach St. Johannis in Chemnitz versetzt.
8.Mag. Johann Cramer aus Penig, führte vom 15.Juli 1640 an das Kirchenbuch. Zwischendurch wird ein Georg Teucher aus Erdmannsdorf bei Zwickau erwähnt. Cramer wurde nach 43-jährihger treuer Amtierung am 13. August 1683, 71-jährig, auf dem hiesigen Friedhof beerdigt.
9.Gottlieb Pueritius, Stiefsohn des Vorigen, starb im Oktober 1691.
10.Christian Werner aus Brand bei Freiberg, kam im August 1692 nach Crossen und starb am 29. April 1715, nachdem ihm im Jahre zuvor sein Nachfolger beigeordnet worden war.
11.Zacharias Mose aus Dahme soll auf der Kanzel vom Schlage getroffen worden sein. Todestag. 3.Juli 1733.
12.Gottlob Werner, geb. 1706 zu Nord-Dodleben in Thüringen. 1734 Pfarrer in Crossen, gest. 27. März 1776. Soll den Inhalt der Bibel fast auswendig gekonnt haben.
13.Mag. Christian Sigismund Fritzsche, geb. 19.2.1744 in Mittweida, 1776 ins Pfarramt zu Crossen berufen, nach 34-jähriger Amtszeit am 23.6.1810 gestorben.
14.Mag. George Adolf Zeidler, geb. 3.10. 1789 als Sohn eines Floßinspektors in Colditz. Als 13-jähriger Thomaner in Leipzig. 19.5.1811 Pfarrer in Crossen, 1825 versetzt nach Burkartshain bei Wurzen, starb er 87 Jahre alt in Leipzig.
15.Gotthelf Benjamin Borsdorf aus Wüsthetzdorf, wurde im Alter von 24 Jahren, als er sein Kandidatenexamen noch nicht bestanden hatte von den Gebrüdern v. Arnim 1825 zum Pfarrer designiert. Ihm folgte:
16.Carl August Barthel, geb. 1797 in der Bleimühle zu Rotschönberg, 1827 Pfarrer in Crossen, 1841 versetzt nach Reinsdorf, gest. 1870 in Heiligenborn.
17.Karl Gottlieb Werner, geb. 1810 in Neukirchen bei Buddissin (Bautzen) als Sohn eines Lehrers. 1841 Pfarrer in Crossen gab nebenbei um sein Einkommen zu verbessern Unterricht an fortgeschrittene Knaben und starb am 29.4.1866.
18.Maximilian Theobald Schulze, geb. 1837 in Ehrenberg als Sohn des Pfarrers. 1866 Pfarrer in Crossen. 1872 nach Niederau versetzt.
19.Hermann Theodor Hentschel aus Callnberg bei Lichtenstein, wurde 1872 Pfarrer in Crossen und starb am 8.7.1907. Er wurde auf dem hiesigen Friedhof beigesetzt.
20.Richard Hermann Plügge, geb. 1.1.1867 in Magdeburg, ab 1907 Pfarrer in Crossen bis 1933.
(s. Foto Grabstein Friedhof Crossen) gestorben 1955 in Weinb�hla. Letzter Pfarrer  der in der Pfarre in Crossen wohnte.
Ab 1932 war Crossen zunächst Filiale von Beerwalde, wurde dann vikarisch verwaltet unter Oberaufsicht von Erlau. Nachdem auch die Milkauer Pfarrstelle längere Zeit verweist war, wurde 1940 nach Besetzung der dortigen Pfarrstelle Crossen Filiale von Milkau.
21. Walter Igel geb. 1892 in Arensberg (Livland), gest. 1977 in Gro�milkau. 1940-1958 Pfarrer in Milkau und Crossen.
22. Gerhart Paufler geb. 5. Juni 1926 in Lauterbach bei Pirna gest. 22.Mai 2006, 1959-1992 Pfarrer in Milkau und Crossen.
23. Thomas Kummer geb. 1949 in Siebenb�rgen, 1992-1999 Pfarrer in Milkau und Crossen, letzter Pfarrer der in der Pfarre in Milkau wohnte. Ab 1999 Pfarrer in St�tzengr�n/Erzg.
24. Stefan Konnerth, geb. in Siebenb�rgen, 1999-2010 Pfarrer in Erlau, Milkau und Crossen, wohnte in der Pfarre in Erlau. Pfarrer in Treuen/Vogtl..
Pfarrstelle in Erlau vakant. Vakanzvertretung Pfarrer Christian Schmidt, Clau�nitz.
Seit 01. September 2011 neue Pfarrerin Astrid Zlotowski im Amt, 29 Jahre verheiratet.
Zum Ev.-Luth. Kirchspiel Erlau im Kirchenbezirk (Ephorie) Rochlitz geh�ren
Crossen , Erlau , Milkau und Schweikershain. Zusammenschlu� der Kirchgemeinden war 2007.

1555 wird die hiesige Schule erstmalig erwähnt. Die 1878 abgebrochene alte Schule, welche sehr baufällig war und innerhalb der Kirchmauer stand, wurde 1659 erbaut. Ein aus dem Gedächtnis konstruiertes Modell derselben befand sich im Gemeindeamt ist aber z.z. nicht mehr auffindbar.1878 wurde mit einem Kostenaufwand von über 16000 Mark der Ostteil des jetzigen Schulgebäudes errichtet. Der Eingang derselben war noch an der Westseite. Im Jahre 1905 wurde der Westteil des jetzigen Schulgebäudes errichtet und der Eingang mit der Freitreppe nach der Mitte des Gebäudes verlegt. Während seit dieser Zeit das Obergeschoss nur Wohnzwecken diente, wurde in der Nachkriegszeit auch dieses zu Unterrichtsräumen ausgebaut. (s. Foto Entwurf Portal)
Die amtierenden Lehrer sind, soweit sie sich ermitteln lassen folgende:
1.Simon Ladegast, gest. 2.1.1610
2.Heinrich Kirsten.
3.Peter Brunst.
4.Thomas Hörnig, gest. April 1656
5.Martin Drescher.
6.Samuel Schubarth, gest.2.2.1680
7.Kaspar Steiner, gest. am Karfreitag 1699.
8.Martin Hempel ist wegen übler Aufführung nur ein paar Monate im Amte gewesen.
9.Andreas Ludewig, gest. 1712.
10.Christoph Großler 1716 als Pate genannt.
11.Johann Andreas Berger, gest. 1735
12.Christian Berger, Sohn des Vorigen, gest. 1780, der sich in einem harten Winter einen Ochsen in der Schulstube hinter einem Bettschirm mästete, bis der Ephorus Dr. Merkel, dem die Gemeinde einen wink gegeben, sich derlei gehörnte Hospites im Klassenzimmer verbat.
13.Gottlob Samuel Schmietgen aus Schönbuch bei Colditz, feierte 1830 sein goldenes Amtjubelfest.
14.Johann Gottfried Uhle, geb. 1806 in Kohren.1830-1866.
15.Oswald Emil Kaufmann aus Niederolbersdorf ging 1869 nach Taura.
16.Christian Friedrich Schulze aus Großdobritz wurde 1878 nach Zeithain versetzt.
17.Gustav Eduard Schuhmann, geb. 4.1.1851 in Hainichen 1878-1919. Verstarb 1922.
Da ab 1904 die hiesige Volksschule viertklassig wurde, sind seit dieser Zeit auch Hilfslehrer angestellt die mit den Namen Holzmüller, Gebhard, Scherpe, Wetzel und Pappritz beginnen. Während der Kriegszeit 1914-18 jedoch wurde der Unterricht wieder von obengenannten allein durchgeführt. In der Folgezeit werden nun die Namen der „Volksbildhauer" so zahlreich, dass sie nicht mehr alle genannt werden können ohne Gefahr zu laufen einen zu vergessen.
Auch der Gasthof ist eine von Alters her oft erwähnte Kulturstätte. Die Gastwirtschaften unterlagen durch den Bierzwang einer Bezugsverpflichtung von einer bestimmten städtischen Brauerei. Dies waren Abmachungen der städtischen Innungen und führten zu vielen Streitigkeiten. Das ortseigen hergestellte, wahrscheinlich minderwertigere Bier, konnte im eigenen Ort unbeschränkt ausgeschenkt werden, vorwiegend im Reihenschankrecht.
Prof. Pfau, der Rochlitzer Heimatforscher, berichtet über Crossen in seinem Buch „ Älteste Dorfschenken der Rochlitzer Gegend".
In diesem Kirch- und Rittergutsdorf hatten nach dem Rochlitzer Amtsbuch von 1548 die beiden hauptsächlichsten Lehn- und Erbgerichtsherrn Asmus v. Byberitzsch und George v. Carlowitz je einen Dingstuhl. 1577 kam das Rittergut an Ernst v. Miltitz. Das Obergericht übte damals das Rochlitzer Amt aus. Die Schenke hatte ihr Bier von Mittweida zu beziehen. Der nachweisbar älteste Crossener Schenkwirt wird in folgender Strafbuchung der Rochlitzer Amtrechnung von 1563 genannt:
„Crossen 20 gr straf hat der Schenke daselbst Barthel Schüczel ins Amt müssen erlegen, dass er in seiner Behausung mittwochens nach Pfingsten im 63. Jahre Nickel Grumen eines fleischwunde eines Gliedes lang an die linke Faust zugeführt".
Weitere Einträge über diese Schänke lauten :
„Crossen 1 Schock Kilian Kuna straf geben hat im Kretzschmar daselbst mit einer Wehre George Becken eine Fleischwunde auch braun und blau in die rechte Hand beigebracht"
„1560- 1Sch. 24 gr. Gerichtsbuß seindt von Andreß Grunen darum zu straf genommen das er ins ampts obrigkeiten daselbst vorm kretzschmar, an welchem Orth ehr verbrechung halben in stock gefenglich gesessen, mit einer holzernen kandel aus lauter frewe und obermuth den 28. Dezembris Paul Ehmichen eine fleischwunde unter das linke Auge geschlagen". (s. Zeitungsartikel)
Diese Nachricht besagt, dass vor dem Gasthof sich ein sogenannter Pranger (Stock gen.) befunden haben muß, an welchem manche ihre strafbaren Handlungen öffentlich abbüßen mussten. Dabei stand es jedem Vorübergehenden frei den Sträfling anzuspucken oder mit Schmutz zubewerfen. So ein Pranger mit verschließbarem Halsring ist noch heute in Augustusburg zu sehen.„1563- 1 Sch 24 gr Caspar Mühler zu Crossen, hat ein viertel Gerigswalder hier eingeschroten so die Mittweidischen angehalten." „ Ostern 1575- 21 gr Lorentz Schmidt entricht darimb, dass er zu Crossen in der Schenke als Brosius Müller 18 gr wollen verloren haben, ohne not eine Schoßbank zur handt und gedachten Müller damit auff die Brust gestoßen darauf Müller hintern tisch herfür gesprungen und mit einem Messer 2 stiche genannten Schmidt in beide arm jeden glieds lang 42gr auch zur strafe entrichtet. Und Ernst v. Miltitz als des orts erbherr hat Müllern zur ungebühr 6 tage mit gefengnis gequelt.
Genannter Müller war damals offenbar der Schenkwirt.„1588- 12 gr Barthel Bemmann, welcher in der Schenke mit Hans Langen zur zeche uneins wurden und demselben ein wundlein anderthalb glieds lang uff die Stirn mit einem brodtmesser zugefügt."Daß es auch an verbrecherischen Elementen nicht gefehlt hat, besagt eine Niederschrift über alte Bienenzüchter und Zuckermacher in der Rochlitzer Pflege welche besagt: Auch in der Rochlitzer Gegend gab es seit dem Ende des 16. Jh. Gewerbetreibende, die Zuckerrohr verarbeiteten. Im Rochlitzer Amtsbuch wird eines solchen Mannes zum ersten Eintrag gedacht, der von einer 1580 in Rochlitz vollzogenen Hinrichtung handelt. Der Verbrecher war Abraham Schmidt in Crossen, der ein halbes Jahr Unzucht mit der dortigen Pfarrerwitwe getrieben und dann deren Tochter geheiratet hatte. Nun wollte er sich seiner Schwiegermutter entledigen. Er kaufte vom Zuckermacher zu Mittweida vor 6 Pf Giftpulver unter der Vorspielung, die Heimen (Heimchen) vertilgen zu wollen, schüttete aber das Gift auf Fleisch, das die Frau genoß, sodaß sie den anderen Tag starb. Der Mittweidaer Zuckermacher handelte offenbar nebenbei mit verschiedenen Waren, auch mit solchen, die heutzutage nur in Apotheken oder Drogerien erhältlich sind.
1620 erstach der Pfeifer Hans Naumann den Bauern Thomas Tietze in Crossen.
Auch die Handwerksinnungen spielten schon in der alten Zeit ihre Rolle. So besagt ein Eintrag über die Maurerinnung in Rochlitz: „Wegen der Familie des Maurermeisters Johann Michael Birkigt
In Crossen bekam die Innung 1770 Schwierigkeiten. Er hatte seinen gleichnamigen Sohn bei der Innung aufdingen lassen, nachdem dieser nur 2 Jahre in der Landwirtschaft gearbeitet hatte. Der Pächter Johann Spillner des Ritterguts Crossen verlangte aber, dass ihm der junge Michael noch zwei Jahre Hofdienst leisten müsste, da nach dem kurfürstlichen Mandat von 1766 alle Personen aus dem Bauernstand vier Jahre in der Landwirtschaft tätig gewesen sein müssten ehe sie ein Handwerk erlernen dürften. Die Regierung sprach sich deshalb gegen die Innung aus, nahm sie aber aus Gnaden nicht in Strafe. Gottfried Müller, Maurermeister aus Crossen machte 1780 die Maurerarbeiten am neuen Pfarrhaus in Wiederau für 150 Thlr.1781 wird auch der Uhrmacher Gottlob Hofmann in Crossen bei der Überprüfung der Wiederauer Turmuhr erwähnt.Zu welcher Zeit das Rittergut an der Jetzt bekannten Stelle errichtet wurde ist zwar nicht bekannt, doch wurden im zweiten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts ein Stallgebäude zum Herrenhaus umgebaut, das Alte dem Einsturz nahe Herrenhaus aber abgebrochen. Ein in der Durchfahrt eingemauerter Stein trug die Jahreszahl 1821. Das Gutareal wurde durch Zukauf nun noch erweitert. Ums Jahr 1640 erwarb das Rittergut durch Kauf eine Hufe Land. (wahrscheinlich handelt es sich hierbei um den westlichen Teil, Auwiese usw., jedoch ist hier nicht nachzuweisen ob es sich um ein selbständiges Bauernanwesen gehandelt hat)
Nachdem 26. Juni 1800 die Baulichkeiten des Großmilkauer Rittergutes abbrannten, wurde auch dieses hinzugekauft, aber 1837 wieder an den Besitzer von Kleinmilkau (Rose) verkauft.
Die Felder des Seidelschen Gutes (Rest das Anwesen Wetzel) wurden angeblich 1761 erworben, ebenso 1805 die Feldfluren vom Schreierschen Gute (Rest Anwesen Lägel).
Die längs der Arraser Strasse gelegenen Gemeindeländereien (Viehtrebe) wurden für jährlich 2 Tonnen Bier von den 19 Altberechtigten der Niedercrossener Altgemeinde erworben. Dieser Handel liegt zweifellos noch vor 1800, denn die vorgenannten aufgekauften Bauernanwesen gehörten zu jenen 19 Altberechtigten.
1848 kaufte das Rittergut für 3800 Thlr. Das Rudeltsche Einhalbhufengut (Rest Augustin). Ferner wurden noch die Bleichwiese und die obere Hälfte des Dorfteiches erworben, vom Letzteren ist später nochmals die Rede. Dieser Aufsaugungsprozeß ging mit der langsamen Freimachung der Bauern von der Fronarbeit einher und das Rittergut musste um einen Stamm ständiger Arbeitskräfte besorgt sein, deshalb sondert es Mitte des 18. Jh. Auf der 1640 erworbenen Hufe Land am Hanggelände, welches sich schon damals jedenfalls nicht gerade rentabel bewirtschaften ließ, Baustellen aus und hier entstand der unter dem Namen Neucrossen bekannte Ortsteil mit ca. 15 Hausgrundstücken.
Eine weitere Ausdehnung erhielt das Ortsbild durch den Bau der durch den Ort führenden Bahnlinie, welche im September 1851 eröffnet werden konnte. Ein Kunstbau ist der die Talsohle überbrückende 139 m lange 16 m hohe Viadukt. Die Pfeiler desselben, ruhen auf einem sogenannten aus eingerammten Baumstämmen bestehenden Rost. Die Steine hierzu wurden aus dem sogenannten Oberfeld an der Tanneberger Grenze liegenden Steinbruch gewonnen. Das jetzt Teichersche Anwesen diente als Arbeiterkantine und erhielt 1848 sein Schankrecht (im Volksmund Halunkenburg genannt ). Hierzu gehörte in früheren Zeiten auch ein Tanzsaal, welcher aber einmal in sich selbst zusammenstürzte. Den Sagen nach war in Crossener Flur die Errichtung eines Bahnhofes vorgesehen an Stelle von Erlau und Schweikershain, da aber die Anliegerbauern zu einer weitern Landabgabe nicht bereit waren, musste sich die Gesellschaft entschließen, solche in den letztgenannten Orten zu errichten. In der Nähe des Bahnhofs Schweikershain entstand nun infolge der Verkehrserschließung auf Crossener Flur eine Stuhlfabrik, welche aber wieder eingegangen ist. Die Esse wurde abgetragen und das Fabrikgebäude wurde zu Wohnzwecken ausgebaut. Ebenso entstand in der Nähe am sogenannten Aussatzboden (das ist der überschüssige Boden vom Bahnbau) eine Ziegelei, welche aber auch wieder bis auf das Wohngebäude abgetragen wurde. Von Kriegszügen und Pestjahren blieb Crossen auch nicht verschont, wie bereits erwähnt hat der Husittenkrieg, sowie der Bruderkrieg in der vorreformatorischen Zeit viel dazu beigetragen, dass aus dieser Vorzeit so wenig Nachrichten erhalten geblieben sind. Besonders aber hat der 30-jährige Krieg und die damit schritthaltende Pest dafür gesorgt, dass viele Anwesen wüst lagen und die Bevölkerung bedeutend dezimiert wurde. Während der Ort 1550 noch 39 Bauerngüter, mehrere Gartengüter und 24 Häuser zählte von denen 7 im Niederdorf lagen, waren 1655 in Obercrossen nur noch 7 Bauern, 2 Gärtnern und 8 Häuser vorhanden und in Niedercrossen waren 1641 von 18 Gütern auf welche Kirchengelder ausgeliehen waren, 10 wüst, wobei zu bemerken ist dass von den stehenden ein Teil bereits neuerbaut war. 1613 starben 31 Personen an der Pest. Auch 1626 und 1633 waren harte Pestjahre. 1813 zur Zeit des napoleonischen Krieges starben an der Pest 18 und am Nervenfieber (Typhus) 15 Gemeindemitglieder. Auch der Siebenjährige Krieg ging nicht ganz spurlos an unserem Ort vorüber. Während desselben drangen österreichische Truppen bis zu unserem Ort vor und plünderten hier. Erwähnenswert ist noch eine große Hochwasserflut, verursacht durch einen am 28.5.1839 im Oberdorf niedergegangenen Wolkenbruch, dem der Damm des zur Niedermühle gehörenden Dorfteiches nicht standhalten konnte und durchbrach. Die dabei freiwerdenden zusätzlichen Wassermassen rissen ein am Eingang zur Auwiese stehendes Haus mit fort. Der Dorfteich, jetzt Teichwiese genannt, liegt seit dieser Zeit trocken. Zur Versorgung der Niedermühle mit Triebwasser wurde nun ein Mühlgraben mit kleinerem Teich errichtet. Der Wall des früheren Teichdammes ist noch einwandfrei erkennbar. Ebenso sind noch weitere Teiche aus dem Dorf Bild verschwunden, so in der sogenannten Ochsenwiese, weiter unterhalb des alten Spritzenhauses, in der Wiese von Fritz Bemmann und ein solcher im Grundstück Herbert Müller, beginnend am großen eisernen Teilungsmast für Elektroenergie entlang der Dorfstraße bis etwa des Grundstücks. Ebenso ist vor nicht allzu langer Zeit der Teich der Hofmühle trockengelegt worden und der Mühlgraben wurde eingeebnet. Die Windmühle auf dem Grundstück Hingst ist schon vor längerer Zeit abgebrochen worden, während die auf dem Grundstück Winkler befindliche erst im Jahre 1922 dem Zug der Zeit zum Opfer fiel. Ebenso dienen die Bleichen seit etwa 80-100 Jahren nicht mehr ihren Zweck, jedoch ist bei der oberen das Trockenhaus noch vorhanden. Wann das Brauhaus seine Tätigkeit eingestellt hat ist nicht bekannt. Der letzte Leineweber, welcher sein Handwerk noch auf dem Handwebstuhl in seiner Behausung ausgeübt hat, war der 1931 im hohen Alter von weit über 90 Jahren verstorben Karl Heinrich Kern.
Früher ging das Amt des Schulzen in den Altgemeinden reihum und wechselte jährlich. Dieser Brauch war in der Niedercrossener Altgemeinde bis in die Zeit des zweiten Weltkrieges erhalten geblieben, um den Ausschank der bereits erwähnten 2 Tonnen Bieres an die Altberechtigten der Niedergemeinde vorzunehmen. Zu diesem Zweck wurde eine Lade jährlich weitergegeben, welche einen kupfernen Maßkrug und alte Gemeinderechnungen enthielt. Leider ist das alles verloren gegangen durch die Ereignisse des letzten Krieges. Unter anderem waren dabei die Rechnungen vom Bau der Brücke bei Erwin Kürth. Ferner ließen sich daraus die Vorbesitzer der Niedercrossener Bauernwirtschaften ermitteln und zwar aus Listen über den Anfang des vorigen Jahrhunderts von der Gemeinde erhobenes Kühegeld.
Am 15. Juni 1840 kam es zur Vereinigung der beiden Altgemeinden zu einem Ort und von diesem Zeitpunkt an wurde der Dorfschulze, oder Heimbürge, vom Gemeindevorsteher abgelöst.
Als erstes Gemeindeoberhaupt zeichnet Carl Gottlob Schöppler mit der Bezeichnung Gemeinde- ältester. Ihm folgt 1844 Gottlob Händler als Gemeindevorsteher, aber bereits 1845 zeichnete Carl Gottlob Möhler als solcher. 1867-1893 ist Moritz Schöppler als Gemeindeoberhaupt, bzw. Standes-beamter festzustellen, doch zeichnet 1882 Friedrich Ernst Becker als Gemeindevorsteher. Ihm folgen: 1893-1895 Hermann Bemmann, 1895-1901 Ernst Weinrich,
1901-1910 Arno Stockmann, 1910-1923 Richard Polster,
1923-1938 Paul Bennewitz, 1938-1945 Max Ahnert,
1945-1953 Walter Stolze, und ab 1953 Herbert Scheibner.
Danach kamen Wolfgang Bretschneider, Egon Pommerenke, Fritz Klemm, (ab 1994 Zusammenschlu� mit Beerwalde, Schweikershain und Erlau zu Gemeinde Erlau, 1999 Eingemeindung von Milkau) ab 1994 J�rgen Kunath und ab 2009 Wolfgang Ahnert  (B�rgermeister der Gemeinde Erlau).
Am 13. Dezember 1848, das ist die Zeit des Bahnbaues, verkauft die Gemeinde das Obercrossener Reihenschankrechts für 300 Thlr. An den Dorfkrämer Johann Gottlieb Seifert. Der Gasthofsbesitzer Gottlob Händler wollte jedoch das Recht der Gemeinde zu diesem Geschäft nicht anerkennen, doch entschieden die Gerichte gegen ihn. Eine Liste über die Vorbesitzer der einzelnen Grundstücke ab 1751, soweit sie sich ermitteln ließen, ist während der Festtage in der Schule ausgestellt.
Auch an unserer Gemeinde gingen die letzten drei Kriegszüge nicht spurlos vorüber.
Während unsere Gemeinde im Krieg 1870/71 nur ein Opfer zu beklagen hatte (Fürchtegott Mölde), waren es 1914-1918 bereits 27 und im letzten noch in aller Erinnerung stehenden Krieg 1939-1945 waren es 40 gefallene oder vermisste Menschen welche von der Kriegsfurie hinweggerafft wurden. Von Zerstörungen blieb unsere Gemeinde verschont, da sich hier die Linie befand wo sich die von Ost und West vordringenden Armeen nach der Zerschlagung der Hitlermacht trafen. Zunächst besetzten unseren Ort am 14. April 1945 ohne Kampf amerikanische Truppen, dabei überschlug sich am Steilhang der Straße im Grundstück Lägel ein Panzer so vollständig, dass er unten wieder normal auf der Wiese stand. Später übernahm die Besetzung unseres Gebietes die sowjetische Armee.


Grabtafeln der Familie von Arnim auf dem Friedhof
Hier ruht in Gott - Hansjoachim von Arnim Lt.i. Sächs.Hus.Regt.19. geb.8.July 1894 fand d.Heldentod als Flugzeugführer bei Le Transloy d.28.Aug.1916 (Text auf dem Grabstein) Auf der Tafel ganz unten im Gras schon eingewachsen steht,
- Das Fleisch ruhet in Hoffnung - .
Auszüge aus Ortsverzeichnissen (nach Walther und Blaschke)

Crossen ( Nieder- und Obercrossen)
Lage : Kreis Rochlitz, südlich von Geringswalde.
Verfassungsverhältnis : Dorf, Lg. ; - Herrensitz 1290; Vw. 1473; Rittergut 1548 und 1858.
Orts – und Flurformgröße : Waldhufendorf mit Gutsblöcken in Niedercrossen. 903 ha (1900).
Einwohnerzahl : 1548/51: 41 bes. M., 5 Gtn., 1 Hsl., 59 Inw., 33 Hufen, (davon Obercrossen 20 bes. M., 26 Inw.) ;
1764: Niedercrossen 21 bes. M., 12 Hufen je 18-20 sch.;
1834: 674, 1871 : 779, 1890 : 685, 1910 : 770, 1925 : 781, 1939 : 782, 1946 : 982, 2005 : 595 Einwohner.
Zugehörigkeit Verwaltungsbezirk : 1378 castr. Rochlitz ; 1548, 1764, 1816 und 1843 A. Rochlitz ; 1856 GA. Geringswalde ; 1875 Amthauptmannschaft Rochlitz.
Zugehörigkeit Grundherrschaft : 1548 und 1764 Rittergut Crossen ; 1548 und 1696 Ant. Rittergut Zetteritz ; 1548 Ant. Pfarre Rochlitz und Rittergut Kleinmilkau ; Obercrossen 1551 Rittergut Kriebstein ; 1696 und 1764 Rittergut Schweikershain Kirche : Pfarrkirche 1548 und 1930, seit 1936 Filialkirche von Großmilkau
Historische Ortsnamenbelegung : Krosna 1290, Crossen 1350, Crozzin 1378, Krossa 1555.
1 Hufe = 49 Acker, 1 sächsischer Acker = 0,553 ha
Art der Siedlung und geologische Lage : Dorf mit ehemaligen Rittergut, an Bachaue (O-W),
250-270 m NN. Eigene Pfarrkirche seit vor 1495 (Niedercrossen), ursprünglich nach Seelitz eingepfarrt.
Gestalt der Siedlung : Zweiseitiges langes Reihendorf, im NW an Stelle von Gehöften des ehemaligen Rittergut mit abgebauter Häuser (Wegzeile), Neucrossen oder Auberg genannt. Älterer Ortsteil : Niedercrossen (W), jüngerer Ausbau : Obercrossen (O).
Flurform, -größe, Bauernstellen, Hufengröße in Acker : Waldhufenflur mit Gutsschlägen im NW. Rund 1640 Acker, 21 Hufen, 41 bes. Mann (1548), 1 Hufe = 49 Acker, Rest ehemaliges Rittergut.
Ortsnamenzitate : 1290 (Gerhardus de) Krosna Schö.- Kr. II 211 ; 1350 (G. de Crossene in) Crossen LBFS Bl. 16 b ; 1350 Crossin LBSF Bl. 5; 1378 Crossin RDMM Bl. 106.
Sprachliche Erläuterung des Ortes : Crossen lässt sich nur aus slawischen Sprachmitteln erklären. Es gehört zur Wurzel krosno (-na,-ne) „Webstuhl" (so auch Hey 254). Ob jedoch diese vielleicht junge, sekundäre Bedeutung hier zu Recht Besteht, möchte zu bezweifeln sein. Vergleicht man ursl. Krosnja (Mikl. EW 142 und Bern. 623 f.) „Korb", bulg. Krosna „Wiege", ukr. Krosnja eine Art „Fischernetz", russ. Krosnja „ Körbchen aus Weidenruten", so ergibt sich die ursprüngliche Bedeutung des „geflochtenen". Crossen einen Ort, wo etwas geflochtenes irgendwie hergestellt oder verwendet wurde, etwa Weidengeflecht, Hürde, Fischreuse" ? Muckes Deutung „Siedlung an einer Gablung „Kreuzung" trifft nicht bei allen Orten dieses Namens zu, enthält jedoch den richtigen Sinn der Wurzel: „kreuzen"- „flechten", Mu.2, 32 Nr. 6.
Vergl. Ortsnamen : Krossen Kr. Zeitz (995 Crozna) ; Kr. Zwickau (1219 Crozne) ; Kr. Luckau (1526 Krossen) ; Stadt Crossen an der Oder (1014/18 Crosna, Crosno, Crozne). Krossen in Ostpreussen Kr. Preuß. Eylau.
Historische Ortsnamenbelege : keine slawischen : Auberg, Auwiese, Backbirnenborn, Birkenplan, Bleiche, Butterberg, Erlicht, Großer Teich, Grundholz, Heilige Holz, Hofholz, Hofmüllerteich, Holzweg, Kratzweg, Kuhteich, Laachweg, Lehnwiese, Leineweberweg, Oberfelder, Oberschar, Ochsengarten, Pflaumenbach, Rehgarten, Schäferberg, Schaftriebe , Silberfleck, Viehweg, Vogelheid, Zadersholz, Ziegelholz Lit.: Dorfordnung von Crossen 1595, LHA Dresden Loc. 9910 (Gerichtsrügenbuch zum Dingstuhl Schweikershain 1583-1655).
Keine vorgeschichtlichen Funde. Der Ort ist eine deutsche Gründung, trotz des slawischen Namens, ansässiger Zweig des bischöflichen, naumburgischen Ministerialengeschlechts von Crossen bei Zeitz(bezeugt Martin von Crossen 1109-1151, sein Bruder Volkwin 1118-1151 s. Dob.S.374. 1 Hufe =49 Acker, 1 sächs. Acker =0,553 ha

W�hrungen Sachsen 18.Jh.
1 Ducat [3.5 / 3.45 g Au] = 64 gute Groschen
1 Special Thaler = 32 gute Groschen
1 Reichsthaler / Rthl., Thl. = 24 gute Groschen
1 guter Groschen / [g]gr. oder [g]gl. = 12 gute Pfennige
1 guter Pfennig / dl.
"S�chsische" oder "Mei�nische M�ntze" in Leipzg, Naumburg, Mei�en.

Rg. = Rittergut, Kg. = Kammergut, Sthft.= Standesherrschaft, Vw. = Vorwerk, Wstg.= Haus- oder Gutswüstung, Ah. = Amthauptmannschaft

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